Helikopter als letzte Option

Steirer in Lebensgefahr – drei Spitäler lehnen ihn ab

Ein Steirer schwebte in Lebensgefahr – doch drei Spitäler hatten kein Bett frei. Der Notfall endete im Hubschrauber nach Graz.
Christoph Weichsler
15.02.2026, 17:22
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Bewusstlos lag ein Steirer in seiner Kellersauna in Limbach (Bezirk Hartberg, Stmk.), sein Zustand kritisch. Seine Frau alarmierte sofort die Rettung, Notarzt und Sanitäter kämpften um sein Leben. Der Mann wurde stabilisiert – doch während die Uhr lief, begann das bange Telefonieren: Welches Spital hatte überhaupt noch ein freies Intensivbett?

Aus dem Krankenhaus Oberwart (Bgl.) kam die erste Absage. Auch das Landesklinikum Wiener Neustadt (NÖ) meldete keine freien Kapazitäten. Ebenso konnte das Krankenhaus Feldbach den akuten Notfallpatienten nicht übernehmen. Drei Spitäler lehnten die Aufnahme eines Mannes in Lebensgefahr ab.

Drei Absagen in der Nacht

Wie die "Kleine Zeitung" berichtete, war Ersthelfer Markus Lang rasch am Einsatzort. "Ich habe den Mann bewusstlos vorgefunden und habe die Notfallmaßnahmen durchgeführt, bis die Rettung und der Notarzt eingetroffen sind", schilderte er gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Schon die Bergung aus der engen Kellersauna sei schwierig gewesen. "Das hat sich sehr kompliziert dargestellt, weil das Haus sehr eng und sehr angeräumt war, das war eine wirklich erschwerte Bergung", so Lang. Doch die größere Herausforderung sei die Organisation der weiteren Versorgung gewesen.

"Man muss schon voranmelden"

Statt den Patienten direkt in ein nahegelegenes Krankenhaus zu bringen, musste vorab geklärt werden, wo überhaupt ein Intensiv- oder Notfallbett verfügbar war. "Man muss schon voranmelden und bei dem Mangel an Kapazitäten, den wir leider in den umliegenden Krankenhäusern in der Nacht im Bezirk Hartberg haben, ist es sehr mühsam, dass dann ein Krankenhaus sagt, ich habe ein Intensiv- oder ein Notfallbett frei", sagte Lang.

Sein Fazit fiel deutlich aus: "Es ist leider mittlerweile in unserem Gesundheitssystem eine übliche Vorgehensweise, dass man schauen muss, wer einen Notfallpatienten überhaupt annimmt." Schließlich entschied das Notfallteam, den Mann per Rettungshubschrauber C16 ins LKH-Universitätsklinikum Graz zu fliegen – weil nur dort ein freies Intensivbett verfügbar war und der Steirer aufgenommen werden konnte.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 15.02.2026, 17:47, 15.02.2026, 17:22
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