Stenzel will Bier-Verbot unter freiem Himmel

Ursula Stenzel (FPÖ) will noch einmal Bezirksvorsteherin in der Inneren Stadt werden.
Ursula Stenzel (FPÖ) will noch einmal Bezirksvorsteherin in der Inneren Stadt werden.Helmut Graf
Zehn Jahre lang war Stenzel ÖVP-City-Chefin. Mit Gratis-Garagenplätzen und Alkoholverbot will sie – jetzt für die FPÖ – die Innere Stadt erobern.

Das Projekt "autofreie Innenstadt" war ausschlaggebend, dass Ursula Stenzel ihre Pensionspläne verschoben hat. Ursprünglich wollte sich die FPÖ-Gemeinderätin und nicht amtsführende Stadträtin aus der Politik zurückziehen ("Heute" berichtete). Anfang August warteten die Blauen dann mit der personellen Überraschung auf und nominierten Stenzel als Spitzenkandidatin für den 1. Bezirk. "Die Ursula Stenzel gehört zum ersten Bezirk, genauso wie das Schlagobers zum Einspänner", begründete damals FPÖ-Chef Dominik Nepp die Entscheidung.

Stenzel spricht schon von ihrem "Vorgänger"

"Ich gehe davon aus, dass ich gewinne", zeigt sich die Innenstadt-Bewohnerin, die am 22. September ihren 75. Geburtstag feiert, im "Heute"-Gespräch siegessicher. Den amtierenden Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) nennt sie konsequent "Vorgänger". Zur Erinnerung: 2015 demontierte die ÖVP Stenzel als Spitzenkandidatin ab und schickte stattdessen Figl ins Rennen. Stenzel lief daraufhin zur FPÖ über, fünf Jahre saß sie für die Blauen im Gemeinderat.

"Parkplatzmisere" soll gelöst werden

Ihre Kandidatur ist in erster Linie eine Kampfansage an die Verkehrspolitik von Figl. "Die Parkplatzmisere ist geblieben", in den vergangenen fünf Jahren hätte sich nichts geändert. "Ich will Bewohnerparkplätze auf jedem Straßenzug, den wir damals ausverhandelt haben", kündigt Stenzel an. 50 Prozent der Stellplätze soll für Anrainer reserviert werden, Figl gibt sich derzeit mit der Forderung von 30 Prozent zufrieden. "Hier gebe ich weder der Wirtschaftskammer noch den Parkplatzvernichter der Grünen nach", verspricht die 74-Jährige.

Als "völlig undachtes Einfahrtsverbot mit mehr Ausnahmen als Regeln" bezeichnet Stenzel den Entwurf für eine "autofreie City". Zudem fordert sie günstigere Garagentarife für Bewohner, kompensiert sollen die Zahlungen von der Stadt werden.

Kein Bier im öffentlichen Raum

Für Besucher, die am Abend in die Innenstadt fahren, sollen die überdachten Stellplätze überhaupt gratis sein. Damit will die streitbare Politikerin der durch Corona schwer angeschlagenen Gastronomie unter die Arme greifen. Gleichzeitig plädiert Stenzel dafür, die Sperrstunde versuchsweise auszudehnen. Dadurch erhofft sich die FPÖ-Politikerin weniger Lärm unter freiem Himmel, etwa am Donaukanal. Ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum (Gastronomie-Bereiche ausgenommen) soll zusätzlich für Ruhe sorgen. Die Forderung ist keinesfalls neu, bereits 2007 hielt sie ein Verbot für sinnvoll.

Unterstützung versprach Stenzel im "Heute"-Gespräch für kleinere Unternehmer. Für sie sollen die Mieten erlassen werden, damit nicht nur die großen Ketten die Pandemie überleben.

"Strache kämpft nur für sich"

Klappt es nicht mit dem 1. Platz – 2015 kam die FPÖ auf 18,73 Prozent, die ÖVP auf 25,68 Prozent – schließt Stenzel nicht aus, als Bezirksrätin für die Anliegen der City zu arbeiten. "Bezirksrat ist auch eine wichtige Funktion", so die ehemalige TV-Moderatorin. Denn: "Ich kämpfe nicht halbherzig, ich habe noch nie halbherzig gekämpft", so Stenzel.

Dass Heinz-Christian Strache den Einzug in den Gemeinderat schafft, glaubt Stenzel übrigens nicht. Strache hat die damals von der ÖVP fallen gelassene Politikerin zur FPÖ geholt. "Es gibt einen wesentlichen Unterschied, er kämpft um sein Überleben, wir (die FPÖ, Anm.) kämpfen für die Wiener, ich im besonderen für die Innere Stadt", erklärt Stenzel gegenüber "Heute".

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