Geheimnissen auf der Spur

Stephansdom – Forscher nehmen Riesentor unter die Lupe

Das berühmte Riesentor des Steffl wird erneut genau geprüft. Experten wollen das mittelalterliche Meisterwerk für kommende Generationen sichern.
Wien Heute
18.06.2026, 15:34
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Millionen Touristen gehen jedes Jahr hindurch, doch nur wenige wissen, welche Geheimnisse das gewaltige Riesentor des Stephansdoms birgt. Jetzt, 30 Jahre nach der letzten großen Restaurierung, nehmen Experten den historischen Eingang wieder ganz genau unter die Lupe. Ziel ist es, den Zustand des romanischen Portals zu überprüfen und neue Schutzmaßnahmen für eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke Österreichs zu entwickeln.

Die letzte umfassende Restaurierung fand zwischen 1995 und 1997 statt. Damals entfernten Fachleute schädliche schwarze Gipskrusten und machten dabei eine überraschende Entdeckung: Unter den Verschmutzungen kamen zahlreiche Reste der ursprünglichen Farbfassung zum Vorschein.

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Was heute wie grauer Stein wirkt, war im Mittelalter also deutlich farbenfroher als viele Besucher vermuten.

Seit 2024 läuft nun eine neue wissenschaftliche Untersuchung. Dabei werden frühere Restaurierungsmaßnahmen überprüft und neue Gefahren analysiert. Im Fokus stehen vor allem Feuchtigkeit und Salzschäden – zwei der größten Feinde historischer Bausubstanz.

Bewahrung des mittelalterlichen Kulturerbes

Bereits heuer wurden erste Schutzmaßnahmen umgesetzt. Besonders gefährdete Bereiche des Portals sollen dadurch langfristig erhalten bleiben. "Die Untersuchungen am Riesentor zeigen, wie wichtig langfristige Forschung und regelmäßige Evaluierungen für die Erhaltung historischer Originalsubstanz sind. Das Projekt hat Vorbildcharakter für die Denkmalpflege und trägt dazu bei, unser mittelalterliches Kulturerbe nachhaltig für kommende Generationen zu bewahren", betont Petra Weiss, Fachdirektorin des Bundesdenkmalamtes.

„Das Riesentor ist weit mehr als ein historisches Bauwerk – es bildet seit Jahrhunderten den spirituellen und architektonischen Eingang des Stephansdoms“
Wolfgang ZehetnerDombaumeister

Auch für die Dombauhütte St. Stephan steht viel auf dem Spiel. Schließlich handelt es sich nicht nur um einen Eingang, sondern um ein Wahrzeichen der Stadt. "Das Riesentor ist weit mehr als ein historisches Bauwerk – es bildet seit Jahrhunderten den spirituellen und architektonischen Eingang des Stephansdoms. Umso größer ist unsere Verantwortung, die wertvolle romanische Originalsubstanz zu bewahren. Die aktuellen Untersuchungen zeigen, wie wichtig eine kontinuierliche wissenschaftliche Begleitung ist, um ihren langfristigen Erhalt zu sichern", erklärt Dombaumeister Wolfgang Zehetner.

Am 25. Juni werden die aktuellen Erkenntnisse bei einem Fachgespräch am Stephansplatz präsentiert. Dort diskutieren internationale Experten über neue Wege in der Denkmalpflege und den Schutz mittelalterlicher Bauwerke.

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