Seit Juni sorgten immer wieder deutlich hörbare Warnsignale beim Bahnhof Bruck an der Leitha für Ärger bei Anrainern. Vor allem in der Nacht und in den frühen Morgenstunden wurden Bewohner durch laute Huptöne aus dem Schlaf gerissen.
"Sie waren so laut, dass sie mich aus dem Schlaf gerissen haben, lauter als mein Wecker", berichtete Anrainer Georg Z. (29) gegenüber "Heute". Er wohnt mit seiner Partnerin seit zwei Jahren in einer Wohnung direkt gegenüber dem Bahnhof.
Am 1. September waren gegen 4 Uhr und 5.30 Uhr Warnsignale zu hören. Bereits am darauffolgenden Tag erklang gegen 5 Uhr erneut ein rund einminütiger Hupton.
"Ein Weiterschlafen bei geschlossenem Fenster ist nahezu unmöglich", schilderte der 29-Jährige. Er begann deshalb, die nächtlichen Geräusche genau zu dokumentieren.
Demnach waren auch im August mehrfach auffällige Huptöne zu hören – etwa am 17. August gegen 4.30 Uhr, am 18. und 21. August jeweils gegen 23.30 Uhr sowie am 30. August gegen 4.30 Uhr.
Der Anrainer betonte dabei, dass es ihm nicht darum gehe, notwendige Sicherheitsmaßnahmen infrage zu stellen. Er fragte sich jedoch, ob die Signale tatsächlich in dieser Lautstärke und zu diesen Uhrzeiten notwendig seien und ob sich die Belastung technisch reduzieren lasse. Nicht nur er, auch andere Anrainer und Betroffene meldeten sich bei "Heute", berichteten von unzumutbaren Störgeräuschen.
Die ÖBB entschuldigten sich zunächst gegenüber "Heute" ausdrücklich bei den betroffenen Anrainern. Man habe großes Verständnis dafür, dass Lärmereignisse insbesondere während der Nacht und in den frühen Morgenstunden als sehr belastend empfunden würden.
Nun gibt es auch eine Erklärung für die mysteriösen Geräusche. Nach einer umfassenden Analyse konnten die Vorfälle laut ÖBB auf technische Störungen bei einzelnen Triebwagen der Baureihe "Talent" zurückgeführt werden.
Dabei kam es laut dem Bahnunternehmen vereinzelt zu unbeabsichtigten Aktivierungen des Makrophons – also des Signalhorns der Züge. Die Huptöne waren demnach nicht absichtlich ausgelöst worden.
Die ÖBB führten nach eigenen Angaben umfangreiche technische Untersuchungen gemeinsam mit den Herstellern externer Baugruppen durch. Beim Großteil der betroffenen Fahrzeuge konnte das Problem mittlerweile behoben werden.
Ganz ausgestanden ist die Sache allerdings noch nicht. Einzelne Garnituren weisen den Fehler laut ÖBB weiterhin auf.
"Vereinzelte Garnituren sind noch fehlerhaft. Hier arbeiten wir mit Hochdruck an einer Lösung", so ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Anfrage. Damit sollten künftig bald auch die letzten unfreiwilligen nächtlichen Weckrufe für die Anrainer rund um den Bahnhof ein Ende haben.