Strache hat trotz Niederlage 16 Chancen auf Taschengeld

Einst wollte er die "Krone" kaufen, nun muss er Groschen zählen: Heinz-Christian Strache
Einst wollte er die "Krone" kaufen, nun muss er Groschen zählen: Heinz-Christian StracheHelmut Graf
HC Strache ist bei der Wien-Wahl 2020 kolossal gescheitert. Trotz allem hat er noch mindestens 16 Chancen, Taschengeld vom Steuerzahler abzustauben.

Zack, zack, zack ins Polit-Ausgedinge? Heinz-Christian Strache fuhr bei der Wien-Wahl 2020 eine krachende Niederlage ein und scheiterte an der nötigen 5-Prozent-Hürde deutlich. Der ehemalige Vizekanzler der Republik, der durch den Ibiza-Skandal und eine unschöne Spesen-Affäre ins Bodenlose stürzte, hat trotz der Wähler-Abfuhr wahrscheinlich noch 16 Chancen auf ein kleines Taschengeld vom Steuerzahler.

Demnächst Bezirksrat?

Laut aktueller Sora-Hochrechung dürfte er in der Inneren Stadt, Leopoldstadt, Landstraße, Favoriten, Simmering, Meidling, Hietzing, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals, Döbling, Brigittenau, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing den Einzug in das Bezirksparlament schaffen. Strache, der – wie berichtet – in allen 23 Bezirken selbst als Spitzenkandidat angetreten war, müsste sich dann entscheiden, in welcher der drei Regionen er einen Bezirksrat-Posten anstrebt. Dieses demokratiepolitisch überaus wichtige Amt wird monatlich mit 463,90 Euro vergütet. Nicht die Welt, wenn man bedenkt, welch kostspieligen Lebenswandel Strache noch vor einigen Monaten pflegte – mit Privatjet-Trips in alle Welt. Logisch: Mit seinem Gehalt als Vizekanzler (19.647,90 Euro brutto) waren auch noch größere Sprünge möglich; die finanzielle Last wurde zudem mit einem üppigen Spesenkonto abgefedert.

In 10 Bezirken Klubstatus

In zehn Bezirken erreichte Strache sogar zwei oder drei Mandate auf Bezirksebene. Damit hat er Klubstatus und bekommt als Klubobmann 1.420,20 Euro brutto überwiesen. Gut möglich, dass er dieses Angebot in seinem Heimatbezirk Landstraße annimmt, wo er anno 1991– damals als blauer Bezirksrat – sein politisches Wirken begann. 

Gemeindebau-Bonus

Doch die Stadt Wien lebt – wie häufig betont – den sozialen Zusammenhalt und schaut auch auf den früheren Weltbürger mit Faible für Ibiza. Ein Privatjet geht sich zwar nicht ganz aus. Und auch das Gratis-Jahresticket für die Wiener U-Bahn, das man Bezirksräten einst gönnte, ist passé. Sollte es in seiner Tätigkeit als Unternehmer pekuniär nicht wie erhofft klappen, dann kommt das selbsternannte "Wiener Original" aber zumindest in den Genuss des "Wien Bonus". Diesen hat ausgerechnet Bürgermeister Michael Ludwig eingeführt und soll Wienern den Zugang zu gefördertem Wohnbau erleichtern. Straches neuer Wirkungsbereich – also etwa Favoriten, Floridsdorf oder Donaustadt – hält schöne Grätzl bereit. Und, wie "Heute" erfuhr, überall errichtet die Stadt gerade preisgünstige Wohnungen. Dies freilich nur, falls ihm Mamas Mietwohnung in Landstraße zu eng wird – oder Strache näher bei seinen Wählern sein möchte.

Letzter Stopp Garagen-TV?

Was bleibt ihm sonst noch so an Job-Möglichkeiten, nachdem es mit der Übernahme der "Kronen Zeitung" bekanntlich nicht geklappt hat? Möchte HC der Medienbranche treu bleiben, könnte er bei einem Wiener Kanalbetreiber, der ihn schon im Wahlkampf artig unterstützt hat, vorstellig werden. Dort sollen dem Vernehmen nach auch bessere Tarife als im Bezirksparlament berappt werden. Und Strache könnte im Studio regelmäßig Bekannte von einst wiedertreffen – allesamt ausrangierte Polit-Dinosaurier, die in der Privatwirtschaft nicht mehr vermittelbar sind. Teils auch mangels einwandfreiem Leumund. Auch dieses Schicksal könnte Strache bald ereilen. Aber das ist eine andere Geschichte. Es gilt jedenfalls die Unmutsverschuldung.

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