Strache vor Wien-Wahl: "Echter Wiener geht nicht unter"

Der ehemalive Vizekanzler startete seine "HC Strache Comeback-Tour" in der Wiener Donaustadt. "Heute" hat die besten Sager zusammengefasst.

"Ich bin das Original", stellt er gleich zu Beginn seiner "HC Strache Comeback-Tour" im Lotus Event Center in Wien-Donaustadt klar. Kurz darauf teilt Heinz Christian Strache in gewohnter Marnier gegen seine ehemaligen FPÖ-Wegbegleiter, die Corona-Panikmache von ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz und Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig aus. 

Breitseite gegen Rot-Grün-Schwarz

Es brauche ein Regulativ und Korrektiv zu den erschreckenden Fehlentwicklungen der letzten Monate, beginnt Strache seine etwa 90 Minuten dauernde Wahlkampfansprache - "da ist wahnsinnig viel schief gelaufen". Die Corona-Politik von Bundeskanzler Kurz sei getrieben von Angst und Panikmache. "Wir sind keine Corona-Leugner. Man muss mit einem Virus leben lernen und Risikogruppen schützen, aber nicht die Gesellschaft gegen die Wand fahren".

Der rot-grüne "Verbotszirkus" sei ein Verrat und ein Anschlag auf alle Unternehmer: "Corona werden wir mit Sicherheit überleben, doch wir sind finanziell und gesellschaftlich ruiniert", ist sich der Team HC-Spitzenkandidat sicher.

Strache und sein Lieblingsthema

Anstelle einer Corona-Ampel brauche es eine auf rot-stehende Migrationsampel, greift der ehemalige Vizekanzler eines seiner Lieblingsthemen aus FPÖ-Zeiten wieder auf - und stellt klar: "Wir sind keine Rassisten. Aber wie sagt schon Viktor Frankl: 'Es gibt nur zwei Arten von Menschen: Anständige und Unanständige'. Wir machen Politik für die Anständigen!"

HC Strache genießt sichtlich den Applaus seiner Anhänger
HC Strache genießt sichtlich den Applaus seiner AnhängerScreenshot Facebook

Wien würde Migranten "kein soziales Netz, sondern ein soziales Wasserbett" bieten, mokiert sich Strache über die rot-grüne Stadtregierung. Angesichts der Eskalation bei einer Türken-Kurden-Demo in Wien-Favoriten müsse die Zuwanderung besser gesteuert werden - sonst werde man "zur Minderheit in der eigenen Heimat". So weit, so bekannt.

Parkpickerl, 200-Euro-Scheck und - Ehering

Lange wurde ja spekuliert, ob der ehemalige Vizekanzler überhaupt bei der Wien-Wahl als Spitzenkandidat antreten darf. Ein Zweitwohnsitz in Klosterneuburg (Niederösterreich) sorgte für Verwirrung und ein gerichtliches Zwischenspiel ("Heute" hat berichtet). "Ein echter Wiener geht nicht unter", stichelt Strache amüsiert.

Danach präsentiert er seine Forderungen zur Wien-Wahl: 15.000 neue soziale Gemeindewohnungen pro Jahr, ein jährlicher 200-Euro-Scheck für alle Mindestpensionisten, ein kostenloses Parkpickerl und die Streichung der Lohnnebenkosten für Pflegekräfte.

Zwei Sachen, die noch aufgefallen sind: Strache trägt demonstrativ seinen Ehering. Und: Die John Otti Band wird von Right Said Fred abgelöst. Zum Finale ertönt "Stand up for the Champion", das Lotus Event Center tobt.

Strache über die Wien-Wahl

"Meine politischen Mitbewerber erleben gerade die Panik auf der Titanic"

Und er reimt - auch - wieder: "Was tut den Regierenden am meisten weh? Eine Stimme für HC"

Strache über Wiens Bürgermeister Michael Ludwig:

"Der Schweige-Bürgermeister"

"Man hat den Eindruck, der liegt seit fünf Jahren im Koma. Er lässt den Grünen alles durchgehen. [Die Grüne Vizebürgermeisterin Birgit] Hebein ist die heimliche Bürgermeisterin. Ludwig ist so ein stilles Wässerchen - wenn mans trinkt, wird's ganz trüb".

Strache über Wiens Vizebürgermeisterin Birgit Hebein:

"Eine Zumutung! Für ihre Pop-Up-Radwege hat sie viel Steuergeld verbraucht - jetzt fährt dort keiner. Die 'Gürtel-Frische' mit einem Viren- und Bakterien-Pool. 400.000 Euro Wiener Steuergelder, damit sechs Wiener Hanseln dort ungeduscht reinspringen können."

"Ich hab' lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Rathaus!"

Strache über den Wiener FPÖ-Spitzenkandidat und Vizebürgermeister Dominik Nepp:

"Mein Ziehkind, dem ich Vertrauen geschenkt habe. Es hat mich sehr enttäuscht, wie er später mit meiner Frau und mir umgegangen ist".

"Den kennt keiner!"

"Eine billige Kopie, der mit meinen Ideen hausieren geht".

Strache über seinen Nachfolger als FPÖ-Chef, Norbert Hofer:

"Wenn Hofer meine Anhänger als 'Narrensaum' beschimpft, dann werde ich mich auf dieses Niveau nicht hinunterbegeben. Viele FPÖ-Anhänger leiden unter meinem Nachfolger."

"Die FPÖ hat das weltweit kürzeste Parteiprogramm, nur sechs Worte: Gegen Strache, gegen Strache, gegen Strache".

Strache über das Ibiza-Video

"Nicht ich bin der Täter, ich bin das Opfer, die österreichische Bevölkerung ist Opfer von einem aus dem Ausland gesteuerten, feigen Anschlag auf die Regierung geworden."

Strache über sein politisches Comeback

"Ich möchte das, was ich seit 15 Jahren mit Herzblut vorangetrieben habe, jetzt noch stärker vorantreiben. Dank Euch bin ich wieder aufgestanden. Man darf hinfallen, nur man darf nicht liegen bleiben. Gemeinsam aufstehen für unsere Heimatstadt Wien!"

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