Ein geplatztes Feuerzeug dürfte einer 51-jährigen Frau in Klagenfurt das Leben gerettet haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 68-jährigen Deutschen wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Der Vorfall ereignete sich bereits am 29. Juni, wurde aber erst jetzt bekannt.
Auslöser soll laut einem Bericht der "Kleinen Zeitung" ein länger schwelender Streit um die Wohnung des Mannes gewesen sein. Laut den bisherigen Ermittlungen beklagte der 68-Jährige angebliche Mängel und wollte zugleich eine vorzeitige Verlängerung seines Mietvertrags erreichen.
Als er den Vermieter in dessen Büro aufsuchen wollte, traf er stattdessen auf eine 51-jährige Mitarbeiterin. Das Gespräch eskalierte. Der Mann soll eine mitgebrachte Wärmeflasche geöffnet und die Frau mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Weil sie mit dem Rücken zur Wand stand und der Ausgang blockiert war, konnte sie der Attacke zunächst nicht entkommen, berichtet die Tageszeitung.
Anschließend soll der 68-Jährige die Frau festgehalten und versucht haben, sie mit einem Feuerzeug anzuzünden. Das Feuerzeug funktionierte jedoch nicht. Der 51-Jährigen gelang die Flucht, sie erlitt leichte Verletzungen und alarmierte die Polizei.
"Wir ermitteln wegen versuchten Mordes", sagt Markus Kitz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Klagenfurt gegenüber der "Kleinen Zeitung". Bei seiner ersten Einvernahme erklärte der Beschuldigte als "Begründung" für sein Handeln, dass er "sich nicht verstanden fühlte" und eine Klärung seiner Wohnungssituation wollte, heißt es in dem Bericht weiter.
Nach Einschätzung der Ermittler dürfte die Tat vorbereitet worden sein. Der Mann soll die brennbare Flüssigkeit - vermutlich Ethanol - ebenso wie das Feuerzeug zum Termin mitgebracht haben. Dieses habe er laut Ermittlungen selbst "verfeinert", damit es auch nach einem Sturz nicht ausgeht. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass der Beschuldigte die Frau tatsächlich anzünden wollte und ihren Tod in Kauf nahm, berichtet die "Kleine Zeitung".
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Nach der Festnahme wurde die Wohnung des 68-Jährigen durchsucht. Dabei sollen laut dem Bericht der Tageszeitung unter anderem Waffen und Sprengmittel entdeckt worden sein. Von der Staatsanwaltschaft gibt es dazu bisher keine näheren Angaben, da die Funde noch ausgewertet werden.
Unmittelbar nach der Tat wurde der Mann wegen seines Verhaltens und seiner Äußerungen auf die psychiatrische Abteilung des Klinikums Klagenfurt gebracht. Wenige Tage später kam der 68-jährige Deutsche in die Justizanstalt Klagenfurt. Inzwischen wurde die Untersuchungshaft verhängt.
Ob es zu einer Anklage kommt, hängt nun von einem psychiatrischen Gutachten ab. Dieses soll klären, ob der 68-Jährige zurechnungsfähig ist oder in eine forensisch-therapeutische Einrichtung eingewiesen werden muss.
Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung.