Studie: Fast alle Legehennen haben gebrochene Knochen

Vier Pfoten schlägt Alarm: Aktuellen Studien zufolge leidet ein Großteil aller Legehennen unter Brustbeinfrakturen.
Vier Pfoten schlägt Alarm: Aktuellen Studien zufolge leidet ein Großteil aller Legehennen unter Brustbeinfrakturen.Aji Styawan / Zuma / picturedesk.com
Eine aktuelle Studie zeigt, wie sehr Legehennen aus der sogenannten "Turbo-Zucht" leiden. Vier Pfoten fordert die Rückkehr zu Zweinutzungsrassen.

Nutztiere haben ein hartes Los und sehen oft ein Leben lang weder Himmel noch Wiese. Aus Mastbetrieben und Legebatterien sind schreckliche Bilder nur allzu bekannt, doch eine neue Studie belegt nun den gesundheitlichen Zustand der sogenannten "Turbo-Hennen". Tierschutzverein Vier Pfoten schlägt nun Alarm und fordert die Rückkehr zu Zweinutzungsrassen.

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Kein Kalzium = gebrochene Knochen

Die auf Hochleistung gezüchteten "Turbo-Hennen" legen bis zu 300 Eier pro Jahr. Die Produktion allerdings verlangt den Legehennen nahezu alles ab. Für das Ei wird Kalzium benötigt, welches aufgrund der Haltungsbedingungen aus den Knochen mobilisert wird, ergo reicht ein kleiner Sturz aus, um diese bei den Hühnern zu brechen.

„Wir beuten mittlerweile unsere Tiere so aus, dass sie krank und gebrechlich werden. In den Studien waren teilweise bis zu 100% der Tiere von Brüchen betroffen. Diese Brustbeinfrakturen sind für die Tiere sehr schmerzhaft, bleiben aber von den Haltern manchmal unbemerkt und dadurch auch unbehandelt. Die Lösung kann nur eine Rückkehr zu natürlichen Rassen mit weniger Legeleistung sein“, sagt Vier Pfoten Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.

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Zweinutzungsrassen

Gruppengrößen mit mehreren tausend Tieren sind auch in österreichischen Legebetrieben Standard und die Zucht auf Hochleistungsrassen ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Der Wandel für ein besseres Hühnerleben kann nur so aussehen, dass Landwirte mit gezielten Förderungen finanziell unterstützt werden um zu den sogenannten "Zweinutzungsrassen" zurückzukehren. Hier wäre das Huhn nicht nur der "Eierproduzent", sondern auch für die Mast geeignet. "Das würde zwar die Legeleistung schwächen bzw. würde das Huhn auch nicht so viel Fleisch ansetzen wie die Turbo-Masthühner, aber das muss uns die Gesundheit der Tiere in unserer Obhut wert sein“, erklärt Weissenböck.

Nebenbei hätten Zweinutzungsrassen auch einen wesentlichen Vorteil: Es müssten keine männlichen Küken von Legehennen mehr getötet werden. Neun Millionen Küken werden jährlich alleine in Österreich getötet! 

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