Supermarkt-Ketten in Österreich teurer als in Bayern

Gleiche Produkte kosten in Österreich oft mehr als in Deutschland. 
Gleiche Produkte kosten in Österreich oft mehr als in Deutschland. Jeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Mehrfach schon hatte die Arbeiterkammer Vorwürfe erhoben, nun werden sie bestätigt: Gleiche Produkte kosten in Österreich oft mehr als in Deutschland.

Oft schon kamen Vorwürfe von Seiten der Arbeiterkammer auf, die gleichen Produkte würden hierzulande mehr kosten als bei bei unseren Nachbarn in Deutschland. Nun wurden die Vorwürfe bestätigt. Der von der Nationalbank (ÖNB) errechnete "Grenzeffekt" ließ sich bei allen grenzüberschreitend aktiven Lebensmittelketten nachweisen.

 Bei Diskontern sei der Unterschied besonders groß.

Im Zuge ihrer Untersuchungen nahm die ÖNB idente Supermarktprodukte in den grenznahen Bezirken in Tirol, Salzburg und Oberösterreich und in Bayern unter die Lupe. Zwar würden viele Produkte gleich viel kosten, wenn es aber Unterschiede gibt, dann sind deutlich öfter die Waren in Österreich teurer.

Gleiches Produkt in Österreich teurer als in Bayern

Die Preisunterschiede waren dabei zwischen Bayern und Österreich deutlich höher als innerhalb der Länder. Das gilt auch für ein und dieselbe Supermarkt-Kette, wo häufig für das gleiche Produkt in Österreich mehr verlangt wurde als in Bayern.

Die ÖNB geht davon aus, dass die lokale Kostenstruktur in der bayerisch-österreichischen Grenzregion ähnlich ist. Die Daten zeigen auch, dass Unterschiede in der Zusammensetzung des Konsums kaum von Bedeutung für Preis- und Inflationsunterschiede sein können, berichtet die APA. 

Preise von Produkt zu Produkt vergleichen

Um von grenzübergreifenden Einkäufen zu profitieren, müssten Konsumenten "die Preise auch Produkt für Produkt vergleichen", schreibt die ÖNB. "Diese hohen Informationskosten dürften aber grenzüberschreitende Arbitrage unattraktiv machen, sodass Einzelhändler größere Preisunterschiede über die Grenzen hinweg aufrechterhalten können".

Die Nationalbank zieht aus ihrer Untersuchung den Schluss, "dass internationale Preis- und Inflationsdifferenzen zwischen ähnlichen Ländern weniger ein Resultat verschiedener Kostenstrukturen oder Konsumpräferenzen als vielmehr das Ergebnis der regionalen Marktmacht der Unternehmen sowie von produktspezifischer, grenzüberschreitender Preisdifferenzierung sind".

20.000 Produkte verglichen

Im Rahmen des Preisvergleichs wurden etwa 20.000 Produkte herangezogen. Erfasst wurden vor allem Lebensmittel und Getränke, Produkte der Haushaltsführung, Pflegeprodukte und Gartenequipment sowie Tierfutter. Basis waren die beim Einkauf an der Kasse gescannten Daten. Verglichen wurden grenznahe Bezirke in Tirol, Salzburg und Oberösterreich mit zusammen rund 2,4 Millionen Personen beziehungsweise benachbarte bayerischen Regionen mit zusammen rund 2,1 Millionen Einwohnern.

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