Eine 65-jährige Polin starb, mehr als 30 Menschen wurden verletzt. Nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) am 25. Juli in Berlin steht nun fest: Aus Sicht zweier Terrorismusexperten hätte die Bluttat verhindert werden können.
Der österreichische Experte Nikolaus Stockhammer und sein US-Kollege Adrian Shtuni werfen den deutschen Behörden in einer Studie ein "Systemversagen" vor. Die Untersuchung wurde vom Combating Terrorism Center der US-Militärakademie West Point veröffentlicht.
Der Attentäter Abdoul B. galt als Höchstgefährder und wurde bereits seit seinem 16. Lebensjahr vom Verfassungsschutz beobachtet. Dennoch konnte er einen Kastenwagen mieten und sich dem CSD im Berliner Tiergarten nähern.
"Es gab zu schwere Koordinationsfehler bei den Behörden", kritisiert Stockhammer gegenüber "Bild".
Besonders brisant: B. war bereits wegen Körperverletzung vorbestraft. Im Mai 2026 erhielt er nach einer abgebrochenen Dschihad-Reise in den Libanon eine Jugendstrafe von 22 Monaten. Weil das Urteil nach einer Berufung der Staatsanwaltschaft nicht rechtskräftig war, wurde sein Haftbefehl unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Trotz Deradikalisierungsprogramm und zeitweiser Überwachung durch das LKA war der Islamist beim Anschlag unbeobachtet.
Stockhammer verlangt nun ein härteres Vorgehen gegen islamistische Gefährder. "Man muss in Deutschland nun ernsthaft über Präventivhaft, Fußfesseln oder Sicherheitsverwahrung für solche Gefährder aus diesen Milieus reden. Da kommt man nicht drumherum. Es geht schließlich um die Sicherheit der Menschen. Und bei deren Schutz hat man hier aus unserer Sicht versagt."