Lilly Tagger verzauberte die rot-weiß-roten Tennis-Fans bei den Upper Austria Ladies in Linz mit starkem Tennis und auch mit ihrer erfrischenden Art.
"Ich werde diese Wahnsinnswoche immer in meinem Herzen tragen", sagte die 18-Jährige, die mit dem Viertelfinal-Einzug in Linz die Top 100 in der Damen-Weltrangliste knackte. Das Rampenlicht kann sie richtig einschätzen: "Es ist das Zeichen, dass du etwas richtig machst im Leben und die Leute das wertschätzen. Ich muss aber lernen, damit umzugehen."
In Linz fertigte sie große Namen wie Paula Badosa und Ljudmila Samsonowa ab. "Mein Highlight war das enge Tiebreak gegen Samsonowa. Am Platz war es mit den Nerven schon etwas wild, aber im Nachhinein ist es mein Highlight."
Die Fans hätten sie durch die engen Situationen in Matches getragen. " Ich kann es kaum erwarten, wieder hier zu spielen." Der Spaß kam dabei nicht zu kurz: "Ich probiere immer, locker zu bleiben. Nehme ich etwas zu ernst, verliere ich den Spaß."
Aus der Viertelfinal-Niederlage gegen die Neo-Österreicherin Anastasia Potapova will sie ihre Lehren ziehen. "Es ist nicht leicht, eine Niederlage einzustecken, aber es ist wichtig und man lernt. Ich kann mir viel von ihr abschauen."
Mit Trainerin Francesca Schiavone redete sie über das Match. "Zunächst einmal lassen wir die Emotionen aus dem Spiel. Im Laufe des Abends reden wir dann darüber, was neu für mich war und was ich besser machen kann."
Beim Umstieg vom ITF- auf das WTA-Level ist ihr vor allem ein Unterschied aufgefallen. "Es gibt einen Riesenunterschied. Die Jugend hat eine andere Mentalität. Sie schenken dir mehr Punkte, geben dir mehr freie Punkte. Wenn du auf den Platz hinausgehst, musst du für jeden Punkt das Beste geben – und das zwei Stunden hintereinander."
Ihre nächsten Ziele sind nicht auf Resultate, sondern auf den Spielstil und das Mentale ausgerichtet. "Ich kann noch so viel lernen und nicht erwarten, das weiterzumachen. Ich möchte mich weiter entwickeln und nächstes Jahr vorn mit den ganz Guten mitspielen können."
Ausgleich findet sie beim Golfspielen. "Mittlerweile geht es schon gut. Am Anfang war ich oft im Wald den Ball suchen."