Tankstelle will jetzt 750 Euro für 21 Minuten parken

Mario K. bekam wegen einer Autopanne eine Besitzstörungsklage. Nun soll er 750 Euro bezahlen.
Mario K. bekam wegen einer Autopanne eine Besitzstörungsklage. Nun soll er 750 Euro bezahlen.Sabine Hertel
Eine Tankstelle in Wien straft ihre Kunden, sobald diese länger als 15 Minuten auf dem Gelände parken. Nun sorgt eine Zahlungsaufforderung für Ärger.

Am Margareten-Gürtel werden Kunden einer Tankstelle regelmäßig bestraft. Entweder parken sie auf dem Gelände länger als 15 Minuten, oder konsumieren Essen vom McDonalds, der sich gleich daneben befindet - "Heute" berichtete. Mario K. (Name von der Redaktion geändert) bekam nun eine Zahlungsaufforderung, die wohl einen neuen Rekord aufstellen dürfte: Knapp 750 Euro muss der Angestellte blechen. Und das alles nur, weil er 21 Minuten zu lange auf dem Tankstellen-Gelände stand. 

Gegenüber "Heute" erzählt der Wiener, er habe am 29. Oktober eine Panne mit seinem Auto gehabt. Bis dieses entfernt werden konnte, dauerte es etwas mehr als 30 Minuten. Ende November bekam er dann auch noch die Klage per Post inklusive einer Ladung zum Bezirksgericht zugeschickt. Die Forderung belief sich dabei auf etwa 334 Euro. 

Nun, kurz vor Weihnachten, schickte der Tankstellen-Anwalt dem "Heute"-Leser ein weiteres Schreiben. Darin führt er "aufgelaufene Kosten" von knapp 600 Euro an. Dazu kämen dann noch die Gebühren für die Besitzstörung hinzu, die 150 Euro betragen. Wenn der Betrag nicht innerhalb von fünf Tagen überwiesen werde, dürften die Kosten weiterhin steigen.

ÖAMTC-Rechtsberatung: "Angebot ist unseriös"

"Dass sowas in Österreich überhaupt möglich ist: 750 Euro wegen 21 Minuten? Das ist mittlerweile jenseits von Gut und Böse", ärgert sich Mario K. im "Heute"-Gespräch. Er beschloss, sich über die Sachlage genauer zu informieren. Nikolaus Authried, Jurist von der ÖAMTC-Rechtsberatung, stellt gegenüber Heute"  klar: "Ein außergerichtliches Angebot, das so hoch ist wie jenes in dem konkreten Fall, ist unseriös. Wir würden raten, diese Kosten vor Gericht zu bestreiten." Das wird Mario K. eigenen Angaben zufolge im Jänner auch tun. Wie der Rechtsstreit letztendlich ausgehen wird, bleibt also noch offen. "Heute"wird jedenfalls darüber berichten. 

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