Riesenspinnen am Vormarsch

Tarantel-Alarm! Immer mehr Sichtungen in Österreich

Taranteln breiten sich in Österreich aus. Mehr als 200 Sichtungen wurden binnen zwei Monaten gemeldet. Besonders drei Bundesländer sind betroffen.
07.11.2026, 09:58
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Groß, behaart und für viele Menschen ein echter Albtraum: Taranteln sind in Österreich weiter auf dem Vormarsch. Seit Anfang September gingen beim Naturschutzbund mehr als 200 Meldungen über die beiden heimischen Arten ein. 175 Sichtungen konnten von Experten bestätigt werden.

Besonders häufig wurden die imposanten Spinnen in der Steiermark, in Niederösterreich und im Burgenland entdeckt. Allein aus der Steiermark wurden 66 Beobachtungen gemeldet, gefolgt von Niederösterreich mit 49 und dem Burgenland mit 43 Sichtungen.

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Darum verirren sich Taranteln jetzt in Häuser

In Österreich sind zwei Tarantelarten heimisch: die Südrussische Tarantel und die Schwarzbäuchige Tarantel. Während in der Steiermark und in Kärnten ausschließlich die Schwarzbäuchige Tarantel gemeldet wurde, tauchte in Wien und Niederösterreich nur die Südrussische Tarantel auf. Im Burgenland wurden beide Arten gesichtet.

Gerade im Herbst sind Begegnungen mit den großen Spinnen keine Seltenheit. Die Tiere suchen nach geschützten Plätzen zum Überwintern und verirren sich dabei auch in Wohnungen, Häuser oder Garagen. In der Natur bevorzugen sie frostsichere Erdhöhlen und Felsspalten.

Experten staunen über ungewöhnliche Funde

Besonders spannend ist eine Sichtung der Südrussischen Tarantel in Tulln in Niederösterreich. Aus der gesamten Region rund um das Tullnerfeld und Korneuburg gab es zuvor noch keine Meldungen. "Besonders spannend ist eine sehr weit nord-westliche Sichtung der Südrussischen Tarantel aus Tulln, Niederösterreich", erklärt Naturschutzbund-Expertin Carolina Trcka-Rojas.

Auch die Schwarzbäuchige Tarantel sorgt für Überraschungen. Ende August wurde im Kärntner Gailtal bei Stossau ein besonders weit westlich gelegener Fund dokumentiert. In Lackendorf im Burgenland gelang wiederum die bisher nördlichste Sichtung dieser Art.

Laut der Expertin könnten sich die Lebensräume der beiden Tarantelarten in Österreich schon bald überschneiden.

Tarantel im Haus? Das solltest du jetzt tun

So furchteinflößend die Tiere auch aussehen: Für Menschen sind beide heimischen Tarantelarten völlig ungefährlich. Wer eine der Spinnen in seiner Wohnung entdeckt, sollte daher nicht in Panik geraten.

Der Naturschutzbund empfiehlt, die Tiere vorsichtig mit einem Glas oder einem ähnlichen Behälter einzufangen und wieder ins Freie zu bringen. Töten oder verletzen sollte man die Spinnen keinesfalls.

Auch vom Mitnehmen der Tiere wird dringend abgeraten. Taranteln sind auf ihre natürlichen Wanderbewegungen angewiesen und können durch einen Ortswechsel schnell die Orientierung verlieren.

Naturschutzbund bittet um weitere Meldungen

Die Südrussische Tarantel wurde bereits in den 1920er-Jahren im Gebiet des Neusiedler Sees und in Wien nachgewiesen. Die Schwarzbäuchige Tarantel ist seit den 1970er-Jahren in Österreich dokumentiert.

Wie sich die beiden Arten weiter ausbreiten, soll nun mithilfe der Bevölkerung erforscht werden. Wer eine Tarantel entdeckt, kann seine Beobachtung auf www.naturbeobachtung.at oder über die gleichnamige App melden.

Der Naturschutzbund hofft auf weitere Sichtungen. Denn jede bestätigte Meldung hilft dabei, die Verbreitung der faszinierenden Achtbeiner besser zu verstehen.

red, 07.11.2026, 09:58