Ob im Rettungsdienst, in der Katastrophenhilfe oder bei sozialen Projekten: Ohne freiwillige Helfer würde beim Roten Kreuz vieles stillstehen. Allein in Niederösterreich engagieren sich derzeit 19.175 Menschen ehrenamtlich. Beim Sicherheitstag am 8. November im Regierungsviertel St. Pölten will die Organisation jetzt noch mehr Menschen fürs Mithelfen begeistern.
Wer glaubt, dass freiwillige Arbeit beim Roten Kreuz automatisch Rettungsdienst bedeutet, liegt falsch. Insgesamt 40 verschiedene Tätigkeitsbereiche werden auf der Plattform ehrensache.at vorgestellt. Die Möglichkeiten reichen von der Katastrophenhilfe über Gesundheits- und Sozialdienste bis zum Jugendrotkreuz.
Interessant: Im vergangenen Jahr begannen erstmals mehr neue Freiwillige in den Gesundheits- und Sozialdiensten als im Rettungsdienst. Beim Sicherheitstag können sich Besucher direkt mit erfahrenen Helfern austauschen und erfahren, welche Aufgaben zu ihren Interessen und Fähigkeiten passen.
Auch für Neugierige gibt es einiges zu entdecken. Im Außenbereich präsentiert das Rote Kreuz St. Pölten ein Rettungsfahrzeug, das aus nächster Nähe besichtigt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stammzellspende. Besucher können sich direkt vor Ort typisieren lassen und damit womöglich einem schwer erkrankten Menschen das Leben retten.
"Jede neue Typisierung erhöht die Chance, dass erkrankte Menschen eine passende Spenderin oder einen passenden Spender finden", erklärt Freiwilligenkoordinatorin Nina Merkl vom Roten Kreuz Niederösterreich.
Wie wichtig das Ehrenamt ist, zeigen beeindruckende Zahlen: 2.377.887 Stunden leisteten die freiwilligen Helfer innerhalb eines Jahres, ohne dafür bezahlt zu werden. Die Zahl der Ehrenamtlichen stieg um 2,4 Prozent. Allein 2025 kamen 1.241 neue Helfer dazu, die zuvor noch nicht für die Organisation tätig waren.
"Freiwilligkeit ist die Basis des Roten Kreuzes und mit knapp 2,4 Millionen ehrenamtlich geleisteten Stunden ein nicht wegzudenkender Faktor", betont Hans Ebener vom Roten Kreuz Niederösterreich. Gleichzeitig sieht er noch Luft nach oben. Denn längst nicht jeder müsse im Rettungsdienst arbeiten. Auch abseits des Rettungsautos gebe es zahlreiche Möglichkeiten, sich sinnvoll einzubringen.
Die Idee hinter dem Roten Kreuz geht auf das Jahr 1859 zurück. Damals organisierte Henry Dunant nach der Schlacht von Solferino Hilfe für Verwundete und legte damit den Grundstein für die weltweite Bewegung.
Mehr als 160 Jahre später lebt diese Idee weiter. Wer selbst mithelfen möchte, kann sich beim Sicherheitstag in St. Pölten informieren oder auf ehrensache.at nach einer passenden freiwilligen Tätigkeit suchen.