Der Betrugsverdacht rund um die Waldviertler Werkstätten von Schuh-Guru Heini Staudinger – er wollte 2022 Bundespräsident werden – sorgt weiter für Aufsehen. Ein ehemaliger kaufmännischer Mitarbeiter soll mehr als 800.000 Euro aus dem Unternehmen in Schrems (Bezirk Gmünd) abgezweigt haben. Der Mann sitzt seit 30. Oktober in Untersuchungshaft. Jetzt liegen "Heute" neue Informationen vor, die weitere Einblicke in den Fall geben.
Wie lange der mutmaßliche Betrug (es gilt die Unschuldsvermutung) unbemerkt blieb, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. "Man kann davon ausgehen, dass es im ersten Halbjahr 2025 angefangen hat", sagt Schuh-Unternehmer Heini Staudinger im Gespräch mit "Heute".
Auch die bisher bekannte Schadenssumme von rund 800.000 Euro ist offenbar noch nicht endgültig. Im Gespräch mit "Heute" erklärt Staudinger, dass es sich dabei lediglich um jenen Betrag handle, der bisher festgestellt wurde. Ob der tatsächliche Schaden noch höher ausfällt, sei derzeit noch unklar.
Zur Erinnerung: Aufgeflogen war der mutmaßliche Betrug durch einen Zufall.
Die Waldviertler Werkstätten hatten Werbung für einen Online-Flohmarkt gebucht. Weil die Abbuchung nicht funktionierte, wurde ein EDV-Mitarbeiter eingeschaltet. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass das Konto wegen verdächtiger Zahlungen gesperrt worden war. So kamen die finanziellen Unregelmäßigkeiten erst ans Licht.
Eine wichtige Nachricht gibt es unterdessen für die Kunden der Waldviertler Werkstätten. Auf Nachfrage von "Heute" bestätigt Staudinger, dass diese von den mutmaßlichen Machenschaften nicht betroffen seien. Der finanzielle Schaden treffe ausschließlich die Schuhfirma selbst.
Offen bleibt hingegen, ob die Schuhfirma das verschwundene Geld jemals wiedersieht. Das hängt vor allem davon ab, wohin die Gelder geflossen sind und was damit geschehen ist.
Ob eine Rückzahlung überhaupt realistisch sei? Darauf fällt die Antwort Staudingers denkbar knapp aus: "Hoffentlich." Eine genauere Einschätzung könne man derzeit nicht abgeben.