Ein Wahlplakat der SPÖ Niederösterreich sorgt im Bezirk Neunkirchen für Unmut. Darauf werben SPÖ-Landeschef Sven Hergovich und Gesundheitslandesrätin Eva Prischl mit dem Slogan "Konsequent für ein starkes Gesundheitssystem". Im Hintergrund ist ein Rettungswagen mit Rot-Kreuz-Symbol zu sehen.
Ein ehemaliger freiwilliger Mitarbeiter des Roten Kreuzes zeigt sich darüber in einem Schreiben an die "Heute"-Redaktion empört. Er kritisiert, dass die Hilfsorganisation für politische Werbung verwendet werde, obwohl Unparteilichkeit zu ihren Grundsätzen zähle.
"Muss denn wirklich alles für die eigene Parteiwerbung herhalten?", fragt der ehemalige Helfer. Besonders stößt ihm auf, dass Hergovich die Notarztversorgung in Niederösterreich kritisiert, während das Rote Kreuz laut dem Verfasser dessen Aussagen bereits mehrfach widersprochen habe.
Durch die Gestaltung des Plakats könne der Eindruck entstehen, dass die Hilfsorganisation die Positionen der SPÖ unterstütze. "Das wirkt für mich sehr verstörend!", schreibt der Mann, der anonym bleiben möchte.
Der ehemalige Rot-Kreuz-Mitarbeiter verweist auf die zahlreichen Freiwilligen, die unabhängig von politischen Überzeugungen rund um die Uhr Menschen in Not helfen. Diese Arbeit verdiene Respekt und dürfe seiner Ansicht nach nicht für Parteipolitik vereinnahmt werden.
"Das Rote Kreuz ist für alle da und sollte nicht für die Werbung einer Partei herhalten müssen", betont der Kritiker.
Sein abschließender Appell richtet sich direkt an den SPÖ-Landeschef: "Herr Hergovich, kritisieren Sie, was Sie kritisieren wollen. Aber lassen Sie das Rote Kreuz aus Ihrer Parteiwerbung heraus!"