Wegen Recherche

Techkonzern Palantir klagt Schweizer Magazin "Republik"

Der umstrittene US-Datenkonzern Palantir zieht gegen das Schweizer Magazin "Republik" vor Gericht. Grund dafür ist eine Recherche der Journalisten.
Newsdesk Heute
12.02.2026, 22:00
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Das Schweizer Magazin "Republik" steht laut "20 Minuten" presserechtlich unter Beschuss durch den US-Techriesen "Palantir". Dieser fordert eine Gegendarstellung zur Berichterstattung über das Unternehmen. Das Magazin hatte davor ausführlich berichtet, warum die Software von Palantir für Staaten problematisch sein könnte und wie sie deren Unabhängigkeit gefährden kann.

Die Journalistin Adrienne Fichter machte den Fall auf sozialen Netzwerken öffentlich. Ein Sprecher von Palantir bestätigte gegenüber netzpolitik.org, dass rechtliche Schritte gesetzt wurden.

"Palantir will nicht, dass wir die Wahrheit schreiben"

Bereits im Dezember hatte "Republik" enthüllt, wie Palantir versuchte, in der Schweiz Fuß zu fassen. Das Schweizer Militär lehnte eine Zusammenarbeit aber ab. Grund: Es gab die Befürchtung, dass Daten an US-Behörden abfließen könnten – und das technisch nicht verhindert werden kann.

Wir konnten anhand eines umfangreichen Dokumentenkorpus – das wir dank des Öffentlichkeitsgesetzes erhalten haben – eine Verkaufskampagne nachzeichnen während sieben Jahren. Palantir versuchte bei vielen Bundesbehörden reinzukommen – und blitzte überall ab", schreibt Fiechter auf LinkedIn.

"Doch Palantir will nicht, dass wir die Wahrheit schreiben", so die Journalistin weiter. "Ihre Schweizer Anwälte verlangten am 29. Dezember eine ausufernd lange Gegendarstellung. Wir lehnten diese vollumfänglich ab. Im Januar forderten sie nochmals dasselbe. Wir lehnten nochmals ab. Und dann kam die Klage. Der Fall liegt nun beim Zürcher Handelsgericht."

Proton springt "Republik" zur Seite

Unter einem LinkedIn-Beitrag von Adrienne Fichter meldete sich auch Andy Yen, Gründer und Chef von Proton. Er bot dem Magazin Unterstützung an: "Braucht 'Republik' finanzielle Unterstützung für den Gerichtsprozess?", fragt Yen. "Pressefreiheit ist ein Grundwert, den die Proton Stiftung verteidigt. Vielleicht können wir helfen."

Palantir ist ein international tätiger Überwachungs- und Datenkonzern. Die Software kommt bei vielen Polizei-, Militär- und Geheimdienststellen weltweit zum Einsatz.

Das Unternehmen Palantir gehört unter anderem dem Milliardär Peter Thiel, der aus seiner Verachtung für die Demokratie schon lange kein Geheimnis macht. Ex-Kanzler Sebastian Kurz wechselte 2022 als 'Global Strategist' in die Dienste des Trump-Fans.

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