Neue Wende nach der Brandserie in Möllersdorf (Bezirk Baden): Drei Jugendliche im Alter von 14, 15 und 16 Jahren sollen Ende Juni ein Auto, eine Müllinsel und eine Mülltonne angezündet haben. Auch Fassaden, Straßenbeleuchtungen und mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt – "Heute" berichtete.
Jetzt werden neue Details bekannt. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, sollen zwei der drei Verdächtigen in einer Wohngruppe von SOS-Kinderdorf untergebracht sein. Der dritte mutmaßliche Beteiligte soll demnach aus Wien angereist sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Wohngruppe sorgt in Möllersdorf schon länger für Diskussionen. Anrainer klagen seit Monaten über Probleme. "Manche trauen sich gar nicht mehr aus dem Haus. Die Nerven liegen blank", sagte ein Möllersdorfer bereits vor wenigen Wochen gegenüber der "Krone".
Der jüngste Feuerwehreinsatz dürfte die Stimmung nun weiter anheizen. Laut "Krone" bestätigt die Polizei heuer bereits rund zwei Dutzend Anzeigen mit Bezug zur Wohngruppe. Ein Anrainer beklagt demnach Schäden von mehr als 10.000 Euro an seinem Haus und Auto.
Die Jugendlichen sollen nicht nur gezündelt haben. Ihnen werden auch weitere Sachbeschädigungen vorgeworfen: Autolack wurde zerkratzt, Motorräder wurden umgestoßen, bei einem Fahrzeug wurde ein Hakenkreuz eingeritzt. Deshalb wird auch nach dem Verbotsgesetz ermittelt.
Ins Rollen kam der Fall, als sich einer der Jugendlichen per Notruf bei der Polizei meldete und angab, die Brände gelegt zu haben. Danach forschten Polizisten aus Traiskirchen zwei weitere Jugendliche aus.
Die drei Teenager werden der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt angezeigt. Die genaue Schadenssumme ist weiter offen, die Ermittlungen laufen.
Nach dem erneuten Vorfall wurden weitere Gespräche angekündigt. In Möllersdorf ist die Geduld vieler Anrainer aber bereits am Ende.