Sollen App vom Handy löschen

Telegram-Verbot bringt Putins Soldaten in Bedrängnis

Die Kreml-Soldaten sollen laut prominenten Militärbloggern Telegram löschen. Das gefährdet jedoch ihre eigene Kommunikation an der Front.
Newsdesk Heute
16.03.2026, 18:28
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Sperrt der Kreml seinen Soldaten den nächsten Kommunikationskanal? Ein prominenter russischer Militär-Blogger behauptete am 15. März, dass Putins Soldaten Anweisungen erhalten hätten, "Telegram" von ihren Handys zu entfernen.

Dem Blogger zufolge kontrolliert die russische Militärpolizei die Telefone der Soldaten, um sicherzustellen, dass die App gelöscht wurde. Gleichzeitig bewirbt das russische Militärkommando den staatlich kontrollierten Messenger "Max" als Alternative. Das meldet das Institute for the Study of War (ISW).

Der Blogger erklärte jedoch, dass die App Max sei aber immer noch sehr umständlich zu bedienen. Einige nicht näher genannte Spezialeinheiten hätten deshalb ihre Nutzung sogar verboten. Die Durchsetzung der neuen Kommunikationsregeln sei außerdem uneinheitlich: Während manche russische Einheiten die Soldaten zwingen, Telegram zu löschen und auf Max umzusteigen, würden andere weiterhin über Telegram kommunizieren.

Der Blogger meinte, diese uneinheitliche Umsetzung deute darauf hin, dass die Anweisungen wahrscheinlich von einzelnen Einheiten stammen und nicht als allgemeiner Standard vom russischen Verteidigungsministerium durchgesetzt werden.

Kreml-Vertreter hatten am 11. Februar behauptet, dass russische Streitkräfte Telegram nicht für Frontkommunikation nutzen. Nach starker Kritik aus der russischen Militär-Blogger-Szene ruderten die Verantwortlichen jedoch am 18. Februar teilweise zurück.

"Bemerkenswert"

Dass einige russische Einheiten nun beginnen, Telegram zu verbieten – obwohl dies der aktuellen offiziellen Linie des Kreml widerspricht – ist laut ISW "bemerkenswert". Dies könnte darauf hindeuten, dass Russland weiterhin plant, Telegram an der Front generell zu verbieten.

Möglich sei aber auch, dass manche Kommandeure versuchen, sich beim Kreml beliebt zu machen, indem sie erwartete Maßnahmen bereits umsetzen, bevor offizielle Befehle aus dem Verteidigungsministerium ergehen.

Ein Verbot von Telegram würde vermutlich die russische Befehlskette und Kontrolle schwächen und bestehende Kommunikationsprobleme der russischen Streitkräfte weiter verschärfen – Probleme, die sich bereits seit der Blockierung von Starlink am 1. Februar verstärkt haben.

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