Spektakuläre Aufnahmen

Teleskop macht irre Bilder von Sonnentornados

Ein Ballonteleskop hat in 35 Kilometern Höhe die Sonne fotografiert - und dabei feine Magnetfeldstrukturen und sogar "Sonnentornados" entdeckt.
16.10.2026, 10:58
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Das Ballonteleskop Sunrise III hat Bilder von der Sonnenoberfläche geliefert, wie es sie so noch nie gab.

Mit einer räumlichen Auflösung von teils nur 50 Kilometern konnte das fliegende Observatorium feinste Details der Sonnenatmosphäre erfassen.

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Im Juli 2024 trug ein Heliumballon das Teleskop von Nordschweden bis nach Nordwestkanada. In rund 35 Kilometern Höhe - weit über der störenden Erdatmosphäre - konnte Sunrise III sechseinhalb Tage lang beobachten und rund 200 Terabyte an Daten sammeln.

"Die Ergebnisse sind so vielfältig wie die Sonne selbst", erklärt Dr. Smitha Narayanamurthy vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, wie es auf scinexx heißt. Die Forscherin und ihr Team haben nun die ersten Ergebnisse in einer wissenschaftlichen Übersicht zusammengefasst.

Das Ballonteleskop Sunrise III geht in Kiruna (Nordschweden) in die Luft.
REUTERS/SSC/SCANPIX

Wirbelartige Plasmabewegungen entdeckt

Eine der spannendsten Entdeckungen: In der Chromosphäre - der Schicht oberhalb der sichtbaren Sonnenoberfläche - fanden die Forscher langgezogene Magnetfeldstrukturen. Dahinter verbergen sich vermutlich verdrillte magnetische Flussröhren mit wirbelartigen Plasmabewegungen - eine Art "Sonnentornados".

Außerdem verfolgten die Wissenschaftler Schallwellen, die sich aus tieferen Sonnenschichten nach oben ausbreiten. Mit Geschwindigkeiten von mehr als zehn Kilometern pro Sekunde wandern diese Wellen durch verschiedene Höhen der Sonnenatmosphäre.

Sonnenausbruch live eingefangen

Am 13. Juli 2024 erfasste Sunrise III sogar einen Sonnenausbruch der Stärke M5.3. Eine fast drei Stunden lange Messreihe zeigt helle Ausbruchsregionen und ihre magnetische Struktur - wertvolle Daten für die Erforschung von Sonneneruptionen.

Das Teleskop besitzt einen Hauptspiegel von einem Meter Durchmesser und drei wissenschaftliche Instrumente. Sie messen nicht nur die Helligkeit des Sonnenlichts, sondern auch seine Polarisation - daraus lassen sich Informationen über Magnetfelder gewinnen.

"Wir stehen noch ganz am Anfang", sagt Dr. Andreas Korpi-Lagg vom Max-Planck-Institut. Bisher ist nur ein kleiner Teil der umfangreichen Messdaten ausgewertet. Die hohe Auflösung eröffnet weitere Untersuchungen - etwa dazu, wie Magnetfeldstrukturen und Sonnenausbrüche zusammenhängen.

red, 16.10.2026, 10:58