Skandal in Peking! Daniil Medwedew verletzte beim großen Halbfinal-Kracher gegen Novak Djokovic einen Fan am Kopf und wurde dafür disqualifiziert. Djokovic hatte bereits auf den Matchsieg serviert, zog mit 7:5, 5:3 vorzeitig ins Finale des ATP-500er-Turniers ein.
Der Russe schmiss nach einem verlorenen Punkt im Duell mit dem Altstar im zweiten Satz die Nerven weg und wütend auf einen Ball geschlagen. Der landete auf der Tribüne und traf einen Zuschauer in der ersten Reihe am Kopf.
Die logische Folge: Disqualifikation! Djokovic zieht nach knapp zweieinhalb Stunden beim Stand von 7:5, 5:3 vorzeitig ins Endspiel ein. Dort bekommt es der 39-Jährige mit Alex de Minaur zu tun. Gegen den Australier ist der Serbe klarer Favorit.
Djokovic' Peking-Bilanz ist perfekt: Im 33. Spiel feierte er nun seinen 33. Sieg, könnte am Dienstag seinen bereits siebenten Sieg in der China-Metropole feiern.
Der 24-fache Grand-Slam-Champion läuft trotz körperlicher Schwierigkeiten, die ihn seit Monaten begleiten, zur Hochform auf. Am Sonntag hatte sich der "Djoker" im Tennis-Krimi in rund zweieinhalb Stunden und drei Sätzen gegen den zweifachen Major-Saisonsieger Alexander Zverev durchgesetzt.
Auch gegen Medwedew zeigte Djokovic hervorragendes Tennis. Zwischen den Punktwechseln kämpfte er aber immer wieder deutlich erkennbar mit Übelkeit, krümmte sich, schleppte sich nach Games zur Bank.
Novak Djokovic sagt:
"Es war ein bisschen ein Schock. Ich hoffe, die Person ist nicht verletzt. Ich fühle aber auch mit Daniil. Ich weiß, wie es sich anfühlt. Ich wurde bei den US Open unter ähnlichen Umständen disqualifiziert. Ich bin sicher, er hat es nicht absichtlich gemacht."
"Ich war drei Punkte vom Sieg weg. Ich wollte auf keinen Fall einen dritten Satz. Es war ein qualvolles Spiel. Es ist immer schwer gegen Daniil, wenn er den Ball fühlt wie heute."
"Ein weiteres Finale. Irgendwas an Peking lässt mich einfach gewinnen."
Brisant: Die Eskalation am Match-Ende hatte eine Vorgeschichte, die sich durch den gesamten zweiten Satz hinzog.
Medwedew hatte Djokovic schon zu Beginn des zweiten Durchganges durch gespielte Magenprobleme imitiert und deutlich verspottet. Anschließend versuchte er nach dem vorentscheidenden Break des Gegners mutmaßlich, mit einem Medical Timeout den Rhythmus zu brechen – er ließ sich an der Schulter behandeln.
Mit dem Frust-Ball ins Publikum sorgte der Tennis-Rüpel dann für den unrühmlichen Schlusspunkt. Der am Kopf getroffene Mann hielt sich vor Schmerzen den Kopf und wurde von der Tribüne begleitet. Über den Gesundheitszustand des Mannes ist nichts Näheres bekannt.