Mehrere tödliche Unfälle bringen Tesla unter Druck. Bei Bränden konnten Insassen offenbar ihre Fahrzeuge nicht mehr verlassen, auch Helfer scheiterten an verschlossenen Türen. Verbraucherschützer fordern nun strengere Sicherheitsvorschriften.
Besonders tragisch endete ein Unfall im Oktober 2024 in Südkorea. Nahe der Stadt Anseong krachte ein Tesla Model Y gegen eine Mauer und fing Feuer. Ein vorbeikommender Lkw-Lenker versuchte, den Fahrer zu retten, konnte die Tür jedoch nicht öffnen. Der Mann starb im brennenden Wagen.
Warum die Tür blockiert war, ist bis heute ungeklärt. Laut "Handelsblatt" konnten die Ermittler die Ursache nicht feststellen. Auch in Deutschland gab es ähnliche Vorfälle. Das Kraftfahrt-Bundesamt war darüber informiert, sah bislang aber keinen Handlungsbedarf.
Tesla setzt auf elektrische Türöffner. Bei einem Stromausfall sollen mechanische Entriegelungen helfen. Diese sind allerdings teilweise versteckt und umständlich zu bedienen.
Beim Model Y müssen Passagiere auf den Rücksitzen zunächst eine Matte entfernen, eine Abdeckung lösen und anschließend an einem Seilzug ziehen. Manche Fahrzeuge besitzen hinten überhaupt keine manuelle Notentriegelung. Von außen können Helfer die Türen ebenfalls nicht ohne Weiteres mechanisch öffnen.
Bei dokumentierten Tesla-Unfällen, bei denen sich Türen offenbar nicht öffnen ließen, kamen weltweit mindestens 28 Menschen ums Leben. Laut Bloomberg starben allein in den USA mindestens 15 Menschen bei zwölf Unfällen. In Deutschland gab es seit 2018 mindestens acht Todesopfer bei vergleichbaren Vorfällen.
2022 starben in Brandenburg zwei Jugendliche auf der Rückbank eines brennenden Tesla Model S. Die Türen ließen sich weder von innen noch von außen öffnen. Gutachter stellten später fest, dass eine Sicherungsfunktion versagt hatte. Eine Rettung wäre möglicherweise noch möglich gewesen.
Allerdings ist nicht bei allen Unfällen erwiesen, dass die blockierten Türen tatsächlich zum Tod führten.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht inzwischen rund 174.000 Model Y wegen möglicher Probleme beim Öffnen der Türen bei schwacher Batterie. In China rief Tesla im August 2026 fast drei Millionen Fahrzeuge zurück, weil die mechanische Notentriegelung schwer zu erkennen und zu bedienen sei.
In Südkorea erstattete eine Verbraucherorganisation zudem Strafanzeige gegen Tesla Korea und drei Führungskräfte. Sie fordert, dass sich Autotüren im Notfall schnell und ohne Strom öffnen lassen müssen.
Ob beim tödlichen Unfall in Anseong tatsächlich ein Defekt der Entriegelung vorlag, bleibt weiterhin ungeklärt.