Tanken ist auch in Tirol zum Polit-Thema geworden. Jetzt will das Land genau wissen, wie die Preise an den Zapfsäulen zustande kommen. Tirol startet eine eigene Preisuntersuchung und nimmt dabei den Spritmarkt genauer unter die Lupe.
Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hatte zuvor die Bundesregierung aufgefordert, rechtlich gegen den "Tiroler Sprit-Aufschlag" vorzugehen und eine amtliche Untersuchung nach dem Preisgesetz verlangt. Nun wird Tirol vorerst selbst aktiv, das berichtet der ORF.
Gemeinsam mit Wirtschaftsprofessor Gottfried Tappeiner und mit Unterstützung der Tiroler Arbeiterkammer soll der "Spritmarkt unter die Lupe" genommen werden, hieß es aus dem Landhaus.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Preise für Diesel und Super 95. Untersucht werden soll laut ORF, wie sie sich in den einzelnen Regionen Tirols entwickeln und warum Autofahrer je nach Region unterschiedlich viel bezahlen müssen.
Dabei geht es vor allem um eine Frage: Lassen sich diese Unterschiede durch tatsächliche Kosten erklären oder gibt es Auffälligkeiten bei der Preisgestaltung?
Die Untersuchung soll auch zeigen, welchen Einfluss Beschaffungskosten und internationale Preisentwicklungen auf die Preise für Tiroler Konsumenten haben.

Genau geprüft werden soll zudem, wie schnell Veränderungen bei den Beschaffungskosten an die Kunden weitergegeben werden.
Außerdem will das Land feststellen, ob regionale Preisunterschiede mit den jeweiligen Märkten erklärt werden können oder ob darüber hinausgehende Auffälligkeiten bestehen.
Sollten bei der Untersuchung "Unregelmäßigkeiten" festgestellt werden, will Mattle weitere Schritte setzen. Auf Grundlage der Ergebnisse wolle er "rechtliche Schritte gegen den Tiroler Sprit-Aufschlag ergreifen", um einen fairen und funktionierenden Markt sicherzustellen.
Gleichzeitig nimmt der Tiroler Landeshauptmann erneut die Bundesregierung in die Pflicht. Sollte diese nicht in der Lage sein, den Tiroler Sprit-Aufschlag zu "benennen und zu beenden", werde er selbst tätig werden.
Die Diskussion um die hohen Spritpreise war zuvor von der Arbeiterkammer auf die politische Tagesordnung gebracht worden.