Warteschlange vor Schlachthof

Teures Heu als Todesurteil für Milchkühe in NÖ

Hitze und Trockenheit vernichten heuer die halbe Ernte von Bio-Bauer Robert Hansinger. Jetzt muss er vier seiner 33 Kühe abgeben.
Victoria Carina  Frühwirth
08.09.2026, 05:15
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die extreme Trockenheit bringt Landwirte in Niederösterreich in Bedrängnis. Robert Hansinger (30) betreibt in Kilb im Bezirk Melk einen Bio-Bauernhof mit 33 Milchkühen. Nach dem heißen Sommer fehlt ihm jetzt vor allem eines: Futter.

Enorme Ernte-Einbußen durch Trockenheit

"Natürlich war mein Betrieb massiv von der Trockenheit und der Hitze im Juni, Juli und August betroffen", erzählt Hansinger im "Heute"-Gespräch. Auf seinem Grünlandbetrieb wird vor allem Heu und Grassilage produziert. Doch heuer fiel die Ernte verheerend aus.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Wir haben 50 Prozent weniger Ernte, weil das Gras so stark ausgetrocknet ist", sagt der 30-Jährige. Auf seinen Wiesen seien flächenweise kahle und völlig ausgedorrte Stellen zu sehen.

Damit die Flächen im kommenden Jahr wieder Gras liefern, muss Hansinger nachsäen. Doch auch das belastet die Kassa. Wegen der hohen Nachfrage sei Saatgut derzeit besonders teuer.

Heu-Preis zwingt Bauern zum Kuh-Verkauf

Noch dramatischer ist die Situation allerdings beim Futter für seine Milchkühe. Weil das eigene Heu dürrebedingt fehlt, muss der Landwirt zukaufen. Auch bei Futter-Heu ist die Nachfrage enorm, deshalb schießt der Heu-Preis gerade in die Höhe.

Finanziell geht es sich für Robert Hansinger nicht aus, alle Kühe in seinem Betrieb über den Winter durchzufüttern. "Wir müssen vier unserer Kühe an den Schlachter verkaufen, weil wir uns das Futter sonst nicht mehr leisten können."

Kühe werden in Massen geschlachtet

Doch selbst das ist derzeit nicht so einfach. Viele Bauern seien in einer ähnlichen Lage und würden gerade ihre Tiere verkaufen. Dadurch sinke einerseits der Verkaufspreis für die Kühe, andererseits seien die Schlachtbetriebe völlig ausgelastet.

Erzähle uns deine Story!

Wurde dir eine Beihilfe gestrichen? Kannst du dir das Leben kaum mehr leisten? Ist dir gerade etwas besonders Trauriges, Witziges oder Erstaunliches geschehen? Bewegt dich ein anderes Thema? Bist du der Meinung, dass deine Geschichte erzählt werden sollte? Dann melde dich bei uns unter [email protected]. Denn deine Story ist uns wichtig!Mail an uns

"Es gibt regelrechte Warteschlangen vor dem Schlachtbetrieb", erzählt Hansinger gegenüber "Heute". Seine vier Bio-Kühe habe er bereits vor sechs Wochen zur Schlachtung angemeldet. "Sie stehen aber noch immer in meinem Stall und ich muss sie weiterfüttern."

Für den Bauern verschärft das die finanzielle Lage zusätzlich. Hohe Preise für Heu und Saatgut treffen auf niedrige Einnahmen.

Hoffnung auf kühlere Jahre

Seinen Betrieb könne der Kilber trotz der Verluste zwar weiterführen, "uns fehlt aber heuer das Geld für weitere Investitionen".

Vielen landwirtschaftlichen Betrieben geht es ähnlich, berichtet er. Die Branche hofft für den nächsten Sommer auf kühlere Temperaturen und regelmäßigen Regen, der die Verluste aus diesem Jahr ausgleicht.

{title && {title} } VF, {title && {title} } 08.09.2026, 05:15