Ardo plant das Aus seines Werks in Groß-Enzersdorf. Rund 190 Beschäftigte und etwa 50 Leiharbeitskräfte wären davon betroffen.
Ardo ist auf Tiefkühlgemüse, Kräuter und Obst spezialisiert und verfügt über 16 Produktions-, Verpackungs- und Distributionsstandorte in Europa. Im Zuge einer strategischen Überprüfung nahm das Unternehmen nun auch die Ardo Austria Frost GmbH unter die Lupe.
Das Ergebnis der Analyse fällt für den Standort Groß-Enzersdorf ernüchternd aus. Ardo beabsichtigt, das Werk zu schließen. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem den hohen Investitionsbedarf, die Kostensituation und das Marktpotenzial.
Dabei habe Ardo in den vergangenen Jahren bereits Millionenbeträge in neue Produktionslinien investiert. Dennoch sei das Werk mittlerweile in die Jahre gekommen. Weitere erhebliche Investitionen wären laut Unternehmen in Produktion, Verpackung, Lagerhaltung und Versorgungseinrichtungen notwendig.
Hinzu komme die Entfernung zu den westeuropäischen Märkten. Gleichzeitig sei die Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber Standorten in Mittel- und Osteuropa begrenzt. Eine Produktion in Österreich lasse sich daher nach Einschätzung des Unternehmens praktisch nur für den heimischen Markt rechtfertigen.
Für diesen vergleichsweise kleinen Markt seien die nun notwendigen Investitionen allerdings zu hoch. Sollte die geplante Schließung tatsächlich umgesetzt werden, hätte sie weitreichende Folgen für die Beschäftigten.
Betroffen wären voraussichtlich rund 190 Mitarbeiter von Ardo sowie etwa 50 Leiharbeitskräfte. Ausgenommen sind die Beschäftigten im Vertrieb und Vertriebsinnendienst. Sie sollen künftig von einem neuen, noch nicht festgelegten Standort in der Region Wien aus arbeiten.
Für die rund 190 direkt betroffenen Ardo-Mitarbeiter soll gemeinsam mit dem Betriebsrat ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Dieser soll soziale Kriterien berücksichtigen und den schrittweisen Auslauf des Standorts begleiten.
"Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden und Vertragspartnern wie regionalen Landwirtinnen und Landwirten sowie lokalen Lieferanten sehr bewusst und haben uns daher entschieden, sie frühzeitig und aktiv über diese schwierige Entscheidung zu informieren", erklärt Werksleiter Christian Karwen.
Der Betrieb soll allerdings nicht sofort eingestellt werden. Bei Umsetzung der Pläne soll die Gemüseproduktion in Groß-Enzersdorf voraussichtlich noch bis Dezember 2026 wie gewohnt weiterlaufen.
Danach soll die Produktion schrittweise auslaufen. Ab August 2027 will sich Ardo in Österreich auf den Vertrieb konzentrieren. Das Gemüse für österreichische Kunden soll dann aus anderen Werken des Konzerns in der EU geliefert werden.
Vertrieb und Vertriebsinnendienst sollen in Österreich bestehen bleiben. Dafür ist ein neuer Standort in der Region Wien vorgesehen. Wo genau dieser angesiedelt sein wird, steht derzeit noch nicht fest.
Neben den Beschäftigten dürfte die geplante Schließung auch regionale Partner treffen. Ardo nennt ausdrücklich Landwirte und lokale Lieferanten, mit denen das Werk zusammenarbeitet. Das Unternehmen will diese nach eigenen Angaben frühzeitig über die weiteren Schritte informieren.