Seit mehr als zwei Wochen liegt der tote Buckelwal Timmy vor der dänischen Insel Anholt am Ostseestrand. Am Samstag wurde der aufgeblähte Kadaver schließlich an Land gezogen. Nun soll eine Obduktion klären, woran das Tier starb.
Doch für aussagekräftige Ergebnisse ist es laut Experten bereits zu spät.
Wie die "Bild" berichtet, erhebt Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies (58) schwere Vorwürfe gegen die dänischen Behörden. "Die Autopsie ist schon wieder ein Versagen, denn die hätte längst stattfinden müssen", sagt sie.
Durch den langen Verwesungsprozess seien wichtige Hinweise zerstört worden. Leber, Lunge, Herz, Gehirn und Darm könnten so stark zersetzt sein, dass Entzündungen oder Blutungen kaum noch erkennbar seien.
Auch das Ziehen an der Schwanzflosse bei früheren Rettungsversuchen habe möglicherweise weitere Spuren verwischt. "Durch das lange Liegen ist das, was schiefgehen konnte, schiefgelaufen", erklärt Tönnies.
Endgültige Gewissheit, ob es sich tatsächlich um Timmy handelt, soll ein DNA-Test bringen. Das Ergebnis wird in rund drei Wochen erwartet. Ein Vergleich der Schwanzflosse und eines sichergestellten Trackers spricht allerdings bereits klar dafür.
Walforscher Peter Teglberg Madsen warnt vor dem starken Verwesungsgeruch bei der Obduktion: "Das wird ziemlich überwältigend, wenn man es nicht gewohnt ist." Lediglich Netzreste im Magen könnten noch Rückschlüsse auf Timmys Tod zulassen.