Trotz Verbot – Kettenhunde in Österreich weitverbreitet

Bereits seit 2005 darf in Österreich kein Hund am Grundstück angebunden und schon gar nicht an der Kette gehalten werden.
Bereits seit 2005 darf in Österreich kein Hund am Grundstück angebunden und schon gar nicht an der Kette gehalten werden.©Pfotenhilfe
Bereits 2005 kam mit dem ersten Bundestierschutzgesetz in Österreich das Anbindehaltungsverbot für Hunde. Leider wird dies auch noch 2023 ignoriert.

Wer jetzt denkt ein "Kettenhund" der Haus und Hof bewachen soll und sich in eine Hundehütte zurückziehen muss, wäre ein Haustier-Bild aus dem Osten, irrt. Auch in Österreich finden sich angebundene Hunde, die ein trauriges Dasein fristen müssen. Oft wird es hinter uneinsichtigen Toren gar nicht vermutet und wenn doch, um des lieben Friedens willen mit den Nachbarn, nicht gemeldet.

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Anzeige in Braunau

Kürzlich musste sich Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler wieder selbst ein Bild von einem gemeldeten Schäferhund an der Kette in einer Siedlung nahe Mattighofen (Bezirk Braunau, Oberösterreich) machen und erstattete sofort Anzeige. "Man glaubt ja nicht, dass es sowas immer noch gibt und wird doch immer wieder eines Besseren belehrt. Oft sind es Menschen, die die Gesetzeslage gar nicht kennen oder bewusst ignorieren. Teilweise haben diese auch den erforderlichen Sachkundenachweis für die Hundehaltung nicht, bei dem zumindest einige gesetzliche Mindestanforderungen gelehrt würden", so Stadler.

Kein Tier sollte unter solchen Einschränkungen leben müssen.
Kein Tier sollte unter solchen Einschränkungen leben müssen.©Pfotenhilfe

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Sei mutig!

Bei Tierquälerei oder Haltungsverstößen sollte man nicht wegschauen und lieber einmal zu oft Tierschutzorganisationen wie die Pfotenhilfe in Lochen, oder auch den regionalen Amtstierarzt oder die Tierschutzombudsstelle in Wien benachrichtigen (auch anonym). Es kann schließlich einem Tier sogar das Leben retten!

Kampf gegen Windmühlen?

Die Pfotenhilfe fordert seit vielen Jahren vom Tierschutzministerium - aktuell von Grünen-Minister Johannes Rauch - mit Nachdruck, die Kontrollressourcen erheblich aufzustocken und entsprechende Kontrollverordnungen zu erlassen. "Derzeit ist es ein Kampf gegen Windmühlen und auch für die Behörden schwierig zu bewältigen. Bei begründetem Verdacht dürfen sie zwar alle Räumlichkeiten kontrollieren, in denen Tierhaltung vermutet wird, aber für Routinekontrollen in privaten Tierhaltungen fehlt es an der gesetzlichen Grundlage und Personal. Nicht einmal die Hunde-Chippflicht oder der Sachkundenachweis können daher ohne konkreten Hinweis kontrolliert werden", so Stadler abschließend.

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