Wildtiere

Nanu, was bist denn du? Tiere die kaum wer kennt V

In der vierten Folge unserer Serie widmen wir uns einer buchstäblich "plattgedrückten" Kröte aus dem Amazonas.

Christine Kaltenecker
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Dante Fenolio / PhotoResearchers / picturedesk.com

Es gibt Tiere da draußen, die auch du vielleicht noch nie gesehen hast. Deshalb wird "Heute" an dieser Stelle regelmäßig über das kleinste Gürteltier & Co. berichten. Freue dich auf eine Serie der wohl unbekanntesten Tiere der Welt.

Die Große Wabenkröte, oder auch Amazonas-Kröte lebt - wie bereits angenommen - in den Sümpfen und Tümpeln von Südamerika. Sie ist nicht nur optisch merkwürdig anzusehen, weil sie extrem abgeflacht ist, sondern besitzt auch keine Zunge, wie es eigentlich für Frösche und Kröten üblich ist. Würmer, Meeresfrüchte und kleine Fische fängt sie mit ihren Fingern der Vorderbeine und bleibt meist im trüben Wasser.

Die flache "Pipa" kann man sogar im Haus des Meeres bewundern.
Die flache "Pipa" kann man sogar im Haus des Meeres bewundern.
ER Degginger / PhotoResearchers / picturedesk.com

Rucksack

Die Fortpflanzung ist ebenfalls außergewöhnlich. Während eines komplexen Paarungstanzes im Wasser stößt das bis zu zwei Zentimeter größere Weibchen bis zu 10 Eier ab, die dann vom Sperma des 15 Zentimeter großen Männchens befruchtet werden. Dieses Ritual wird bis zu 18 Mal wiederholt, bis das Weibchen letztmalig abtaucht, um die sinkenden Eier auf ihrem Rücken zu lagern, wo sie bleiben bis in 18 Wochen vollentwickelte Jungkröten schlüpfen. Somit überspringt die Große Wabenkröte den Status als Larve.

Gewusst?
Wer die Wabenkröte bewundern möchte, muss nicht bis nach Südamerika fliegen. Auch im berühmtesten Flakturm Wiens - im Haus des Meeres - zählen die "Zungenlosen" zu den wohl merkwürdigsten Bewohnern und können täglich besucht werden. Unser Aqua- und Terrazoo konnte sich sogar mehrfach zu Nachwuchs der sogenannten "Pipas" beglückwünschen, denn die Fortpflanzung in Gefangenschaft gelingt sehr selten.

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