Wildtiere

Wenn du diesen Käfer siehst, wähle sofort diese Nummer

In der Schweizer Stadt Kloten wurde erstmalig eine Population der Japankäfer entdeckt. Dieses Insekt muss sofort bei Sichtung gemeldet werden.

Christine Kaltenecker
In der Schweiz ist der sogenannte Japankäfer bereits einmarschiert.
In der Schweiz ist der sogenannte Japankäfer bereits einmarschiert.
Getty Images/iStockphoto

In Kloten (Schweiz) wurde die erste Japankäfer-Population nördlich der Alpen entdeckt und Experten setzen nun drastische Maßnahmen im Kampf gegen diese invasiven Insekten. Auch wenn der grün-schillernde Käfer mit den weißen Haarbüscheln am Hinterleib harmlos aussieht, so kann auch nur eine Generation für das Absterben vieler heimischer Pflanzen und für große Ernteverluste verantwortlich sein. Auch wählerisch sind die gefräßigen Käfer nicht und lassen sich vom Mais, über Stein- und Beerenobst bis zum Gartenrasen alles schmecken. 

    Der Japankäfer wurde bislang noch nicht in Österreich entdeckt, doch gilt als "prioritärer Quarantäneschädling" mit sofortiger Meldepflicht. 
    Der Japankäfer wurde bislang noch nicht in Österreich entdeckt, doch gilt als "prioritärer Quarantäneschädling" mit sofortiger Meldepflicht.
    Getty Images/iStockphoto

    Folgende Maßnahmen werden nun in Kloten gesetzt:
    1. Bewässerungsverbot für Rasen- und Grünflächen (z. B. mit Sprinklern) bis 30. September. Das sei wichtig, da die weiblichen Käfer ihre Eier in nassen Böden ablegen. «Der Verzicht auf die Bewässerung kann eine Massenvermehrung bremsen.» Pflanzen in Gartenbeeten und Töpfen dürfen weiterhin gegossen werden.
    2. Grüngut (abgeschnittene Pflanzenteile) darf bis zum 30. September nicht aus Kloten hinaustransportiert werden, da die Gefahr sehr groß ist, Käfer in nicht befallene Gebiete zu transportieren. Ausgenommen ist Grüngut, das kleingehäckselt und während des Transports insektensicher abgedeckt wird.
    3. Es darf kein Kompost aus Kloten hinaustransportiert werden. Ausgenommen ist Material aus professionellen Kompostieranlagen. So soll verhindert werden, dass bereits abgelegte Eier aus dem Befallsherd hinaus transportiert und in andere Gebiete verschleppt werden können.
    4. Pflanzen mit Wurzeln in Erde oder organischem Substrat (z. B. eingetopfte Blumen) dürfen nicht aus Kloten hinaustransportiert werden.
    5. Bodenmaterial bis zu einer Tiefe von 30 cm – etwa von Baustellen – darf nicht aus Kloten hinaustransportiert werden. Fahrzeuge und Geräte, die zur Bodenbearbeitung oder für Arbeiten mit Erde eingesetzt werden, dürfen Kloten nur verlassen, wenn sie so gereinigt worden sind, dass kein Risiko mehr besteht, damit Erde und Pflanzenrückstände zu verschleppen.

    Wie sicher sind wir? 

    Laut der Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurde unser kleines Land vom Japankäfer bislang noch nicht erreicht, oder nur umrundet. Innerhalb der gesamten EU aber, gilt der Vielfraß aus dem fernen Osten als sogenannter "prioritärer Quarantäneschädling" und ist bei jedem Verdacht sofort zu melden. Das Risiko einer Ansiedelung bei uns, ist in jedem Falle durch die veränderten und für den Käfer attraktiven Klimabedingungen sehr hoch, weshalb gezielte Kontrollen und engmaschige Überwachungsmaßnahmen an Ersteintrittsstellen, wie beispielsweise unseren Flughäfen, laufend durchgeführt werden. 

    Bei Verdacht oder Sichtung des Japankäfers bitte den jeweilen Pflanzenschutzdienst kontaktieren: 
    Pflanzenschutzdienst für Wien: 01 / 4000 42 483 oder [email protected]
    In jedem Bundesland gibt es einen Pflanzenschutzdienst - bitte wende dich vertrauensvoll an diese Experten.