Kripo ermittelt

"Tochter in Gefahr" – Frau (86) soll 180.000 € zahlen

Skrupelloser Betrug: Gauner behaupteten am Telefon, dass die Tochter einer betagten Linzerin in Gefahr sei. Sie wollten ihr 180.000 Euro abknöpfen.
Oberösterreich Heute
17.01.2026, 12:00
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Das Finanzministerium schlug zuletzt Alarm: Eine steigende Anzahl gefälschter E-Mails ist im Umlauf. Darin wird im Namen der Behörde behauptet, dass offene Zahlungen zu begleichen seien.

Das Ministerium stellte klar: Informationen würden grundsätzlich in Form von digital signierten Bescheiden erfolgen und per Post oder in die FinanzOnline-Databox zugestellt. Persönliche Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen dürften niemals übermittelt werden.

Unterdessen meldeten sich zwei unbekannte Anrufer bei einer Pensionistin in der OÖ-Landeshauptstadt: Sie gaben sich als Ärzte aus und erklärten, dass sich ihre Tochter in Lebensgefahr befinde. Sie habe wegen einer schweren Form von Corona zu atmen aufgehört und liege im Koma. Nur ein spezielles Medikament aus der Schweiz könne der Frau helfen, so die Behauptung, berichten die "OÖN".

Die Linzerin sollte 180.000 Euro für die Arznei und deren Transport zahlen. Sie sagte, dass sie lediglich 20.000 Euro daheim habe. Die Täter forderten ihr Opfer auf, das Geld bereitzuhalten. Jemand sei bereits in der Nähe und werde es abholen. Auf Nachfrage behaupteten die Männer, die Patientin befinde sich im Kepler Klinikum in Linz.

Mutter wurde misstrauisch

Weil die Tochter aber in Wien lebt, wurde die Mutter misstrauisch. Sie verständigte die Polizei und dann ihren Sohn. In Abstimmung mit den Beamten wurde eine angebliche Übergabe vereinbart, um den Kontakt nicht sofort abbrechen zu lassen.

In der Folge kam es zu einem größeren Polizeieinsatz: Das Haus der 86-Jährigen wurde von Zivilbeamten observiert, die Täter erschienen aber nicht.

Brisantes Detail: Die Betrüger kannten die Vornamen sämtlicher Familienangehöriger und wussten vom Tod des Ehemannes. Sie sprachen der Frau am Telefon sogar ihr Beileid aus. Demnach ist nicht ausgeschlossen, dass die Informationen aus der online veröffentlichten Todesanzeige des Verstorbenen stammten.

Der Sohn der Betroffenen ist erschüttert über das, was sie durchmachen musste. Sie habe ihren Mann gepflegt und sei psychisch stark belastet. Zusätzlich wirkte der Anruf plausibel, weil die Tochter tatsächlich schwer krank ist und eine Chemotherapie macht. Das Landeskriminalamt ermittelt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.01.2026, 10:36, 17.01.2026, 12:00
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