Mit 14 Jahren gerät Anne (Name geändert) in eine schwere psychische Krise. Die Tirolerin leidet an Magersucht und verletzt sich selbst. Sie kommt in die Kinder- und Jugendpsychiatrie nach Hall. Später rutscht sie immer tiefer in die Drogensucht, das berichtet die Tiroler Tageszeitung (TT).
Ihr Vater Franz X. (Name geändert) erzählt von verschreibungspflichtigen Psychopharmaka, Morphium und schließlich Heroin. Seine Tochter habe die Substanzen auch gespritzt.
"Ich möchte alle Eltern auffordern, Veränderungen bei ihren Kindern ernst zu nehmen, oft sind es keine pubertären Schwankungen, sondern sie leiden unter gravierenden psychischen Problemen. Bis man das erkennt und dagegen etwas unternimmt, ist es oft schon zu spät", sagt Franz X in der TT.
Die Familie ist mit der Situation überfordert, schließlich wird die Kinder- und Jugendhilfe gerufen. Anne will laut ihrem Vater unbedingt in eine betreute Wohngemeinschaft außerhalb Tirols. Sie habe erkannt, dass sie sich von jenem Freundeskreis lösen müsse, der sie mit Suchtmitteln versorgte.
"Immer wieder hat es geheißen, sie bekomme einen Platz", erzählt der Vater der TT. Für einen Platz in Kärnten absolviert Anne demnach sogar ein zwölfwöchiges Entzugsprogramm. Danach habe es trotzdem geheißen, dass sie nicht aufgenommen werden könne.
Die junge Frau driftet laut ihrem Vater immer weiter ab und spritzt schließlich auch Heroin.
Nach einem Suizidversuch bittet Franz X., seine Tochter in der geschlossenen Abteilung zu behalten. Das sei nicht möglich gewesen, weil sie heimgehen wollte und keine Selbst- oder Fremdgefährdung aufgewiesen habe.
"Am nächsten Tag bin ich wieder in der Psychiatrie gesessen, weil sie es neuerlich versucht hat", erzählt der Vater.
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Mit dem bevorstehenden 18. Geburtstag wächst seine Sorge weiter. Seine Tochter wäre damit aus der Betreuung durch das Jugendamt gefallen.
Schließlich trifft Franz X. eine weitreichende Entscheidung: Er mietet seiner Tochter eine Wohnung in Wien. Dort schauen Verwandte nach ihr, zudem nimmt sie an unterstützenden Ausbildungsprogrammen teil.
"Ich bin mir sicher, dass sie heute nicht mehr leben würde, wenn wir nicht diesen radikalen Schnitt mit der Tiroler Szene gesetzt hätten", sagt ihr Vater der TT.
Franz X. fordert von der Politik eine bessere Vernetzung der einzelnen Angebote. Zudem wünscht er sich, dass Eltern stärker in den Behandlungspfad eingebunden werden.