Drei tote Paddler im Marchfeldkanal in Niederösterreich, kurz darauf zwei Männer und ein Kind nach einem Badeunfall in Vorarlberg - gleich mehrere tragische Unglücke innerhalb weniger Tage erschüttern Österreich. Viele stellen sich jetzt die Frage: Ist Baden in Flüssen überhaupt noch sicher?
"Prinzipiell schon", sagt Martin Eberl von der Wasserrettung Oberösterreich im Gespräch mit "Heute". Wer die Gefahren kenne und sich an einige wichtige Regeln halte, könne Donau, Traun oder Enns durchaus genießen. Problematisch werde es erst dann, wenn die Kraft des Wassers unterschätzt wird.
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Vor allem die Strömung werde von vielen Badegästen falsch eingeschätzt. "An der Donau wird vor allem die Stärke der Strömung unterschätzt", warnt Eberl. Schon wenn das Wasser bis zum Oberschenkel reicht, werde der Stand unsicher. Wer das Gleichgewicht verliere, könne rasch in die Strömung geraten und bis in die Flussmitte gezogen werden. Oft sei nicht das Wasser selbst das größte Problem, sondern die Panik. "Viele erschrecken sich in so einer Situation, geraten in Panik und atmen unter Wasser ein."
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Die Wasserrettung nennt deshalb fünf Punkte, die Leben retten können.
Wehranlagen sind tabu. Unterhalb von Wehren entstehen sogenannte Wasserwalzen, die Menschen unter Wasser festhalten können. "Von Wehren sollte man sich unbedingt fernhalten", betont Eberl. Weiße Schaumkronen auf der Wasseroberfläche sind ein deutliches Warnsignal.
Abstand zu Brückenpfeilern halten. Rund um Brücken entstehen starke Strömungen und Druckverhältnisse. Wer zu nahe kommt, kann gegen die Pfeiler gedrückt werden. Besonders gefährlich ist das mit Schlauchbooten oder Luftmatratzen.
Schiffsverkehr nicht unterschätzen. Vor allem auf der Donau können Schiffe nicht einfach ausweichen. Viele unterschätzen ihre Geschwindigkeit und den langen Bremsweg.
Nur an geeigneten Stellen baden. Die Wasserrettung empfiehlt, ausschließlich bekannte oder freigegebene Badestellen zu nutzen. Was vom Ufer harmlos aussieht, kann sich mitten im Fluss rasch als gefährlich erweisen.
Ruhe bewahren. Wer in eine Strömung gerät, sollte nicht in Panik geraten. Genau diese Panik führe oft dazu, dass Menschen unter Wasser einatmen und in Lebensgefahr geraten.
Martin Eberl ist stv. Leiter der Wasserrettung in OÖ.
Wasserrettung/Angelika Neuhofer
Für Martin Eberl steht fest: Flüsse sind attraktive Badegewässer, verlangen aber deutlich mehr Respekt als ein Badesee oder ein Schwimmbad. Wer die Kraft des Wassers ernst nimmt und Gefahrenstellen meidet, kann das Baden sicher genießen. Wer Warnhinweise ignoriert oder die Strömung unterschätzt, bringt sich dagegen rasch in Lebensgefahr.