Macht, Sex-Appeal und dunkle Eleganz: Auf der Pariser Fashion Week verwandelte Haider Ackermann die Herbst/Winter-Kollektion 2026 für Tom Ford in eine Hommage an die Welt von "American Psycho". Die Ästhetik des berüchtigten Investmentbankers Patrick Bateman – glatt, makellos, aber unheimlich – wurde zum Mittelpunkt der Schau.
Nadelstreifenanzüge, glänzendes Leder und transparente Stoffe bestimmten das Bild, während schlanke Silhouetten und tief sitzende Hosen an die dekadente Wall-Street-Ästhetik der späten 1990er erinnerten.
Die Anleihen an "American Psycho" waren bewusst gewählt. Patrick Batemans ikonischer Stil – rasiermesserscharfe Anzüge und klinisch saubere Eleganz – wurde auf dem Laufsteg neu interpretiert. Die Kollektion kombinierte die Strenge des klassischen Businesslooks mit einer unterschwelligen Sinnlichkeit: transparente Hemden, glänzende Lederhandschuhe und klare Mäntel verliehen dem vermeintlich konservativen Corporate-Look eine provokante Note.
Damit spielte die Marke mit dem Spannungsfeld zwischen makelloser Oberfläche und verborgener Dekadenz – genau jenem Kontrast, der auch die Figur des Bateman prägt.
Die Kollektion griff zudem bewusst auf die Ästhetik der späten 1990er zurück, einer Zeit, in der der Gründer Tom Ford selbst das Image der Marke mit sinnlicher, glamouröser Mode prägte. Gleichzeitig wurde der Stil in die Gegenwart übertragen: androgyne Power-Suits, getragen von Models aller Geschlechter, und eine Farbpalette aus tiefen Tönen wie Jade, Scharlach oder Aubergine setzten moderne Akzente.
Mit dieser Kollektion gelingt dem Modehaus ein Spiel mit kulturellen Referenzen: Der Stil des fiktiven Serienmörders wird nicht kopiert, sondern in eine Modefantasie übersetzt, die den Mythos der Wall-Street-Elite reflektiert. Das Ergebnis ist ein Laufsteg voller kontrollierter Provokation – elegant, glamourös und ein wenig gefährlich.