Besonders neu mag das Produkt nicht sein, dennoch hält sich der Hype um die HOCI-Sprays. Influencer und User sprühen sich das Gesicht daheim, in den Öffis oder sogar im Flugzeug ein: Der Wirkstoff der Sprays soll nämlich nicht die Haut pflegen können, sondern auch das Gesicht vor Pickelausbrüchen schützen. Wiener Hautärztin Barbara Franz verrät im "Heute"-Interview, was Hypochlorige Säuresprays wirklich können.
Auf TikTok boomen Videos, in welchen über die Sprays geredet wird. Für Influencerin Dani ist das Produkt ein Muss: In ihrem Clip sprüht sie sich nicht nur ihr Gesicht, sondern auch die Hände damit ein. In den Kommentaren spalten sich die Meinungen: Während einige das Einsprühen der Hände und des Gesichts als übertrieben empfinden, entpuppen sich andere Nutzer als große Fans der HOCI-Sprays. Auch wenn sich User unter Danis Clip nicht einig werden, generiert das TikTok-Video mehr als eine Million Klicks.
Der Hype um die Sprühdosen ist aber berechtigt: "HOCI-Sprays wirken antimikrobiell: Das heißt, sie helfen dabei, Bakterien auf der Haut zu reduzieren, die zum Beispiel bei Akne eine Rolle spielen. Außerdem haben sie entzündungshemmende Eigenschaften und können die Haut bei Rötungen, Irritationen oder nach kleinen Hautverletzungen beruhigen", erklärt Franz.
Bei manchen Hautproblemen schlagen die hypochlorigen Säuresprays besonders gut an: "Hauttypen mit reizbarer, empfindlicher oder entzündlicher Haut – zum Beispiel bei Rötungen, Ekzemen oder Rosazea – können von HOCI profitieren, weil es sanfter als viele aggressive Wirkstoffe ist. Auch Menschen mit Akne-anfälliger Haut, bei der bakterielle Faktoren eine Rolle spielen, können diese einen großen Nutzen haben – insbesondere, wenn herkömmliche Mittel zu reizend sind."
Zu oft sich das Gesicht einsprühen sollte man aber nicht: "Achtung ist bei dem Produkt geboten: Exzessive Anwendung kann das Gegenteil bewirken, da dann unsere '1. Abwehrlinie', nämlich das natürliche Mikrobiom, zerstört werden kann und dann die Bahn frei wäre für schädliche Keime!"
Für manche eignen sich die HOCI-Sprays auf keinen Fall: "Wenn jemand z.B. eine sehr starke Hautbarriere-Schädigung oder offene schwere Hautwunden hat, sollte vor Anwendung mit einer Fachperson sprechen – auch wenn HOCl als mild gilt. Zudem: Wenn die Formulierung starke Zusatzstoffe, wie Düfte oder Alkohole, enthält oder die Konzentration hoch ist, könnte das bei extrem empfindlicher Haut reizend wirken", warnt die Wiener Dermatologin.
"Kurz gesagt: Ja, zum Teil — die antimikrobiellen und entzündungshemmenden Eigenschaften können zur Vorbeugung von Pickeln beitragen, vor allem wenn diese durch bakterielle Besiedlung oder Reizung entstehen", meint sie.
Eine Wunderlösung gegen alle Ursachen von Akne oder Unreinheiten sind die HOCI-Sprays aber nicht: "Ursachen wie übermäßige Talgproduktion, hormonelle Faktoren oder Verstopfung von Poren werden damit nicht direkt adressiert", betont Franz abschließend.