Ob auf TikTok oder Instagram – Gesundheitstrends machen permanent die Runde. Derzeit sorgt der "Fire Cider" für Aufregung im Netz: Der Mix soll das Immunsystem ankurbeln und vor Erkältungsviren schützen. Das scharfe Getränk mag gesundheitliche Vorteile mit sich bringen, empfohlen wird er aber nicht für jeden.
Bei diesem Drink handelt es sich um eine Mischung aus Apfelessig und verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Gewürzen. Meist enthält der "Fire Cider" auch Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, Kren und Cayennepfeffer – die genaue Zusammensetzung der Zutaten kann aber beliebig variiert werden.
Wer dennoch gerne eine genaue Anleitung hätte, ein "Fire Cider"-Rezept gibt es von Sonnentor:
1. Ingwer und Kren klein würfeln. Knoblauchzehe schälen, Zwiebel vierteln, Orange und Zitrone in Scheiben schneiden.
2. Alle Zutaten in ein Glas geben und mit Apfelessig übergießen. Das Glas schließen.
3. Das Ganze vier bis sechs Wochen dunkel gelagert ziehen lassen und gelegentlich schütteln, danach abseihen und den Manukahonig zugeben. Gut schütteln, sodass sich der Honig auflöst und fertig ist der Fire Cider.
Auf Social-Media-Plattformen werden Influencer und User kreativ: Manche werfen Kurkuma, Rosmarin, Zitronen, Orangen und Jalapeños oder Habaneros noch ins Einmachglas hinein.
"Einzeln betrachtet sind diese Zutaten zweifellos vorteilhaft", erklärt Anthea Levi, US-amerikanische Ernährungsexpertin, gegenüber "SELF". "Apfelessig enthält Blutzucker-ausgleichende Essigsäure, Knoblauch besitzt von Natur aus antivirale Eigenschaften und Ingwer ist ein starkes Antiemetikum, das auch eine gesunde Verdauung unterstützen kann." Zitrusfrüchte wie Zitronen und Orangen liefern auch Vitamin C, welches das Immunsystem unterstützt, indem es den Zellen hilft, Krankheitserreger abzuwehren.
Laut der Diätologin hat es aber keinen wirklichen Vorteil, all diese Lebensmittel miteinander in einem Getränk zu mischen: "Der Verzehr der Zutaten, aus denen 'Fire Cider' hergestellt wird, hat immense Vorteile, aber sie müssen nicht unbedingt in dieser Form eingenommen werden – und können sogar zusätzliche Vorteile bieten, wenn sie auf angenehmere Weise konsumiert werden", meint Levi im "SELF"-Interview.
Das Getränk mag einige gesundheitliche Vorteile bieten können, gelingen muss der "Fire Cider" aber dafür. Ist dies nicht der Fall, kann der Immun-Booster unerwünschte Nebenwirkungen auslösen: Obwohl das Eintauchen der Zutaten in Apfelessig das Risiko einer Kontamination reduziert, kann sich Schimmel bilden, vor allem wenn das klein geschnittene Obst und Gemüse nicht vollständig im Essig eingetränkt bleibt.
Darüber hinaus kann die Schärfe des "Fire Cider" Magen-Darm-Beschwerden auslösen: "Die Mischung aller Zutaten verträgt nicht jeder", sagt Levi. "Für Menschen, die zu Sodbrennen neigen, könnte der Verzehr von Apfelessig mit Zitrusfrüchten und Cayennepfeffer zu Beschwerden führen, da saure und scharfe Lebensmittel zu den Hauptursachen für Sodbrennen gehören." Menschen mit Refluxproblemen oder Gastritis sollten lieber auf das scharfe Getränk verzichten. Zudem kann der regelmäßige Konsum von "Fire Cider" auch die Zähne schädigen "Mit der Zeit kann es den Zahnschmelz angreifen und die Mundgesundheit beeinträchtigen", warnt die Diätologin schließlich.