Sie schworen sich mit 18 ewige Liebe in schwarzer Tinte, trugen geschwungene Flammen am Oberarm, Tribals am unteren Rücken, Dornenranken ums Handgelenk. Und dann kam die Reue. Cover-ups, Lasertermine, lange Ärmel im Büro. Doch jetzt passiert es wieder: Tribal ist zurück.
Low-Rise-Jeans, Schmetterlingsclips, sogar Klapphandys – und eben auch Tribal-Tattoos. Allerdings nicht eins zu eins wie früher. 2026 heißt das Ganze "Cyber Sigilism". Statt weicher Wellen dominieren aggressive Bögen, abstrakte Zeichen und schwarze Flächen.
Was für Millennials wie ein Flashback aus der Teenie-Zeit wirkt, ist für die Jüngeren pure Ästhetik. Trend-Experten prophezeien deswegen bereits ein Comeback der geschwungenen Muster am Bauch, schwarzen Flammen am Rücken und tribalartigen Ornamente am Hals.
Für viele Millennials war Tribal lange das Synonym für Tattoo-Fehlentscheidungen. In den 2010ern galten sie als "peinlich". Wer es sich leisten konnte, ließ lasern. Tattoo-Removal-Studios berichten seit Jahren von einer steigenden Nachfrage, besonders bei Motiven aus den frühen 2000ern. Namen von Ex-Partnern, Tribals, Arschgeweihe.
Und jetzt? Genau diese Ästhetik feiert ihr Comeback. Nur cleaner, stilisierter, bewusster inszeniert. Wo früher Fitnessstudio-Vibes dominierten, geht es heute um Kunst, Subkultur und Internet-Codes.
Parallel zum Revival wächst auch die Gegenbewegung. Laserkliniken berichten von einem anhaltenden Boom bei Tattoo-Entfernungen. Vor allem Menschen zwischen 30 und 40 lassen sich alte Tribals, Arschgeweihe oder Ex-Namen weglasern.
Aber gibt es überhaupt so etwas wie einen "Fehler" bei Tätowierungen? Denn wie Tattoo-Artist Emmanuel Fortunato im Gespräch mit dem Beauty-Magazin "Allure" sagte: "Deine Geschichte macht das Tattoo zeitlos."