Auf dem Fußballplatz wusste Toni Polster, wie man Rückschläge wegsteckt. Heute muss der 62-Jährige auch abseits des Rasens mit einem herben Verlust umgehen. Geld, das eigentlich seine finanzielle Absicherung im Alter sein sollte, ist nicht mehr da.
Polster hatte seinem langjährigen Manager Skender Fani vertraut. Der Anwalt hatte einst auch lukrative Transfers des österreichischen Torjägers ins Ausland eingefädelt. Nach Fanis Tod wurde Polster emotional und sagte: "Er war wie ein zweiter Vater zu mir."
Doch Fani hatte Polster auch in ein Geschäftsmodell eingebunden, das finanziell schiefging. Von den Problemen soll der ehemalige ÖFB-Teamstürmer nichts gewusst haben. "Nie hat er mir gesagt, dass er Krebs hat. Nie, dass es finanzielle Probleme gibt", wird er im "Kurier" zitiert.
Für Polster hatte das massive Folgen. Sein "als Altersvorsorge gedachtes Geld" sei weg, erzählt er gegenüber der Tageszeitung. Die konkrete Summe ist laut "Kurier" beträchtlich: Er sei "um 700.000 Euro umg’fallen".
Als bereits Gerüchte über einen Verlust in ähnlicher Höhe kursierten, reagierte Herbert Prohaska laut der Tageszeitung mit seinem typischen Schmäh: "Unmöglich. Normal fallt der Toni schon bei 150.000 in Ohnmacht."
Trotz des finanziellen Rückschlags hat Polster seinen Humor nicht verloren. Gemeinsam mit Andreas Herzog sorgt er bei öffentlichen Auftritten für Unterhaltung. Die Abende waren ausverkauft. "A schönes G’fühl war’s. Als zuletzt bis zu 1.600 Leute gekommen sind", wird die ÖFB-Legende im "Kurier" zitiert. Polsters trockener Nachsatz: "Trotz Herzog."
Auch sportlich stellt sich für Polster die Frage, wie es weitergeht. Nach fast 15 Jahren bei der Wiener Viktoria zog er zuletzt einen Schlussstrich. "I war fast 15 Jahr bei Viktoria", blickt er im "Kurier" auf seine lange Zeit beim Klub zurück.
Ein Ende seiner Trainerlaufbahn bedeutet das aber nicht. Für einen neuen Job hat Polster klare Bedingungen: "Ja. Aber nur, wenn’s Aussicht auf einen kontinuierlichen Aufbau gibt. Ich will nimmer jedes Jahr an Existenzkampf miterleben", wird er im "Kurier" zitiert.
Bei aller gegenseitigen Häkelei hat Polster für Herzog auch viel Lob übrig. Über dessen Arbeit als Fußball-Analytiker im Fernsehen sagt er in der Tageszeitung: "Richtig gut macht er das als Fußball-Analytiker im Fernsehen."