Volkswagen plant nach Medienberichten einen drastischen Stellenabbau. Bis zu 100.000 der aktuell rund 657.000 Arbeitsplätze weltweit sollen in den kommenden Jahren wegfallen. Der Konzern selbst bestätigt diese Zahl bislang nicht.
In einem Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung äußerten sich zwei prominente Ökonomen zur Zukunft der deutschen Industrie. Der Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick, Leiter des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, gibt eine düstere Prognose ab.
Auf die Frage, ob VW pleitegehen werde, antwortet er laut chip.de: "Ich vermute: nein, aber es wird übernommen werden - von einem chinesischen Unternehmen wie BYD." Auch der Historiker Niall Ferguson von der Stanford-Universität teilt diese Einschätzung.
Tatsächlich hat der chinesische Autobauer BYD eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. 2025 verkaufte das Unternehmen weltweit über 4 Millionen Fahrzeuge. Bei den rein elektrischen Autos lag BYD mit 2,26 Millionen Einheiten deutlich vor Tesla mit rund 1,64 Millionen.
In Deutschland stiegen die BYD-Neuzulassungen von 2.940 Fahrzeugen im Jahr 2024 auf 23.334 im Jahr 2025 - ein Wachstum von fast 700 Prozent. Im ungarischen Szeged hat BYD bereits sein erstes europäisches Werk errichtet.
Sowohl Ferguson als auch Schularick fordern eine offensive Strategie gegen den chinesischen Vormarsch. "Wir werden China erlauben, hier BYDs zu verkaufen, aber nur, wenn sie in Europa produziert werden, um die Arbeitsplätze zu erhalten", so Ferguson.
Schularick sieht dennoch Grund für Optimismus: "Wir müssen uns zusammenreißen, um wettbewerbsfähig zu werden und technologisch aufzuholen. Wenn uns das gelingt, sage ich voraus: Der Niedergang der deutschen Industrie lässt sich stoppen."