Jetzt gibt es traurige Gewissheit: Bei ihrem Zusammenstoß mit einer Fähre vor der kroatischen Küste sind am Sonntag alle vier Insassen des Segelboots ums Leben gekommen. Taucher haben jetzt das Wrack zwischen den Inseln Brač und Šolta in rund 50 Metern Tiefe entdeckt. In seinem Inneren stießen sie auf die Leiche jenes Mannes, der seit dem Unglück noch als vermisst galt.
"Im Laufe des Tages werden Taucher vorbereitet, um die Person aus dem gesunkenen Segelboot zu bergen", erklärte der zuständige Hafenkapitän Željko Kuštera das weitere Vorgehen am späten Montagvormittag. Es handle sich um eine anspruchsvolle Operation an einer schwer zugänglichen Stelle. Die bedeutenden Risiken für die Einsatzkräfte würden besondere Planung erforderlich machen. Ob später auch das Wrack gehoben wird, steht laut einem Bericht des Mediums "Slobodna Dalmacija" bisher nicht fest.
Damit steigt die Zahl der Todesopfer offiziell auf vier. Laut kroatischen Medien handelt es sich bei allen Opfern um tschechische Staatsbürger. Die Urlauber sollen seit mehr als 20 Jahren regelmäßig ihre Ferien in Kroatien verbracht haben.
Unterdessen laufen die Ermittlungen zum Unfallhergang weiter. Nach bisherigen Erkenntnissen waren das Segelboot und der als Fähre eingesetzte Katamaran "Krilo Eclipse" in den Zusammenstoß verwickelt. Auf der Fähre befanden sich zum Unglückszeitpunkt mehr als 100 Personen. Verletzt wurde dort niemand.
Da eines der beteiligten Schiffe unter französischer Flagge unterwegs war und die Opfer aus Tschechien stammen, wird der Fall international untersucht. Die Ermittler prüfen derzeit unter anderem, welche Rolle Geschwindigkeit und Fahrmanöver der beiden Schiffe gespielt haben könnten. Grundsätzlich hat eine Fähre immer Vorrang, doch für eine genaue Beurteilung des Hergangs ist es noch zu früh.
Fest steht bisher nur: Die Aufarbeitung wird Zeit brauchen. Experten rechnen damit, dass es bis zu einem Jahr dauern könnte, bis alle Untersuchungsergebnisse vorliegen.