Unfassbarer Krimi um einen vor vier Jahren verstorbenen Millionär aus Niederösterreich. Wie die "Krone" berichtete, nahmen Ermittler im vergangenen November seine 44-jährige "Pflegerin" fest. Auch ein mit ihr befreundeter "Doktor" ist in Haft – gegen das Paar besteht Verdacht auf kriminelle Vereinigung und schweren Betrugs. Auch wegen möglichen Mordes wird ermittelt!
Die 44-Jährige hatte beim einsamen Witwer 2017 als Masseurin begonnen, besuchte den Mann gegen Geld regelmäßig, bis sie schließlich bei ihm einzog und den zuletzt Bettlägerigen auch pflegte. Obwohl der Millionär eigentlich per Testament sein ganzes Geld jenem Tierheim versprochen hatte, das sich um seine Schäferhündin "Fidi" kümmern wollte, erbte am Ende die Wienerin mit Rotlichtvergangenheit Haus und Vermögen des Kaufmanns.
Spannend: Nur Wochen vor seinem überraschenden und dramatischen Tod an einem Darmverschluss soll er bei einem weit vom Wohnort entfernten Notar das Testament zugunsten der Ex-Prostituierten abgeändert haben. Dort überwand der gehbehinderte Millionär angeblich zehn Stufen ganz ohne Rollator.
Die brisante Anzeige eines Häftlings ließ Kriminalisten im Sommer dann hellhörig werden: Der Mann gab an, der Verdächtigen 100.000 Euro für das Honorar eines angeblichen Doppelgängers des Greises namens "Architekt" geliehen zu haben – davon sah er jedoch keinen Cent mehr, weshalb er wohl auspackte.
Tatsächlich ergab ein Gutachten: Das Schriftbild am Testament vom 17. November 2020 stimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mit dem des Toten überein. Und: Laut "Heute"-Infos belastet ein Chatverlauf in U-Haft sitzende Masseurin massiv. So soll der Kontaktmann aus dem Häf’n ihr geschrieben haben, "die Unterschrift von den (sic!) Trottel wurde nie überprüft."
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Dennoch mimte die von Astrid Wagner vertretene Masseurin gegenüber den Beamten das Unschuldslamm. Sie gab an, nicht zu wissen, was damit gemeint sein könnte. Auch der von Sascha Flatz vertretene Komplize – ein dem Alkohol- und Medikamentenmissbrauch nicht abgeneigter Mediziner – bestreitet alle Vorwürfe vehement.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde nun aber auch das Grab des Kaufmanns geöffnet, um sein Gewebe auf Gift zu prüfen – Mordverdacht! Für beide Anwälte scheint klar, dass da nichts gefunden werden würde. Für die Labor-Experten und Kriminalisten nicht. Auch wenn die Unschuldsvermutung gilt. Im "Cold Case" und Millionenkrimi gibt es längst ziemlich heiße Spuren…