Für die traditionsreiche Eichbaum-Brauerei gibt es offenbar keine Hoffnung mehr. Nach monatelangem Ringen soll der Betrieb am Standort Mannheim endgültig eingestellt werden. Ein zuletzt interessierter Finanzinvestor konnte die Rettung nicht mehr ermöglichen.
Für die verbliebenen 240 Mitarbeiter hat das dramatische Folgen. Sie sollen in Kürze ihre Kündigung erhalten. Geschäftsführer Uwe Aichele spricht gegenüber SWR von der "schwärzesten Stunde der Brauerei, nach 347 Jahren".
In den vergangenen acht Monaten habe man alles versucht, was möglich gewesen sei. Dennoch gebe es Rahmenbedingungen, die eine Fortführung des Betriebs verhindern würden. Nähere Hintergründe nannte der Geschäftsführer zunächst nicht.
Betriebsratssprecher Georg Dohr machte aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. Ihm und der Belegschaft sei angesichts der Entwicklung "zum Kotzen".
Als einen Grund für das Scheitern sieht er die lange Dauer des Insolvenzverfahrens. Ein Unternehmen könne nicht neun Monate durch ein solches Verfahren gehen, ohne schweren Schaden zu nehmen. Kunden und Geschäftspartner seien vor den Kopf gestoßen worden: "Wer will denn mit uns noch einen Vertrag abschließen? Wir haben Vertrauen zerstört nach innen und außen."
Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) übt Kritik. Die Mitarbeiter hätten keine Schuld am drohenden Aus der Brauerei. Nun müsse offengelegt werden, warum noch kurz zuvor neue Hoffnungen geweckt worden seien und weshalb auch die Finanzierung einer Transfergesellschaft zu scheitern drohe.
Für die betroffenen Mitarbeiter brauche es nun rasch Verhandlungen über einen Sozialplan. Eine offizielle Information der Geschäftsleitung an die Belegschaft soll zunächst noch ausständig gewesen sein.
Bei einem Krisentreffen im Mannheimer Rathaus berieten unter anderem Vertreter der Stadt, der Gläubiger, des Insolvenzverfahrens und des benachbarten Universitätsklinikums über die Zukunft des Standorts. Das Klinikum hatte Interesse am Gelände der Brauerei gezeigt.
Nach den bei dem Gespräch vorgelegten Informationen gibt es aber kaum noch eine realistische Perspektive, den traditionsreichen Brauereistandort zu erhalten.
Eichbaum hatte im Herbst 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Im Jänner 2026 wurde das Verfahren eröffnet. Danach waren mehrfach mögliche Investoren im Gespräch – eine endgültige Rettung kam jedoch nicht zustande.