Bei einem verheerenden Waldbrand in der Provinz Almeria im Süden Spaniens kamen bisher 13 Menschen ums Leben. Besonders tragisch: Mehrere Opfer dürften auf der Flucht vor den Flammen in eine tödliche Falle geraten sein.
Neue Bilder zeigen vier völlig ausgebrannte Fahrzeuge auf einem Waldweg mitten in einem verbrannten Wald. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Menschen von den Flammen eingeschlossen, als sie versuchten, das Gebiet rund um Bedar zu verlassen.
Der Waldbrand brach am Donnerstag, dem 9. Juli, gegen 16 Uhr bei Almocaizar in der Gemeinde Los Gallardos aus. Der Ort liegt in der Provinz Almeria im Süden Spaniens, nahe der Nachbargemeinde Bedar.
Das Feuer soll zunächst an einer Straße entstanden sein. Als möglicher Auslöser gilt ein beschädigtes Kabel einer privaten, nicht mehr verwendeten Anlage. Ob dieses tatsächlich den Brand verursacht hat, wird noch untersucht.
Starker Wind, extreme Hitze und die ausgetrocknete Vegetation ließen den zunächst kleineren Brand innerhalb kürzester Zeit außer Kontrolle geraten. Die Flammen legten laut den Behörden innerhalb von nur zwei Stunden bis zu 15 Kilometer zurück.
Ab etwa 17.30 Uhr wurden am Donnerstag erste Siedlungen vorsorglich geräumt. Insgesamt mussten mehr als 1.400 Menschen ihre Häuser und Urlaubsunterkünfte verlassen. Betroffen waren unter anderem Los Gallardos, Bedar und mehrere verstreute Wohngebiete in der Sierra de los Filabres.
Zwischen 21 und 22 Uhr dürfte sich die Tragödie auf den Waldwegen bei Bedar abgespielt haben. Nach ersten Ermittlungen verließ ein Konvoi die vorgesehene Fluchtroute und fuhr über einen unbefestigten Waldweg.
Dort dürfte den Fahrern erst bewusst geworden sein, dass sie in eine Sackgasse geraten waren. Ein ausgebranntes Fahrzeug stand entgegen der Fahrtrichtung - ein Hinweis darauf, dass der Lenker in letzter Sekunde noch umkehren wollte. Die Flammen waren jedoch schneller.
Auch eine weitere Gruppe wurde bei der Flucht zu Fuß vom Feuer überrascht. Neben den völlig zerstörten Autos fanden Einsatzkräfte weitere Fahrzeuge sowie ein Motorrad. Ein Augenzeuge beschrieb das Bild mit den Worten: "Es sieht so aus, als ob der Teufel hier vorbeigegangen wäre."
Die Regionalregierung geht davon aus, dass zwölf der bisher 13 bestätigten Todesopfer Ausländer sind. Nach ersten Informationen handelt es sich dabei vermutlich um Briten und Belgier. Die Identifizierung der Opfer läuft noch.
Ein britisches Paar, das zu Fuß geflüchtet war, konnte hingegen schwer verletzt gerettet werden. Die beiden wurden mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades in ein Spezialzentrum nach Sevilla gebracht.
In der Nacht auf Freitag wurde auch die spanische Militäreinheit für Katastropheneinsätze angefordert. Zeitweise waren mehr als 500 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz.
Bis Samstag hatte der Brand bereits Tausende Hektar Wald und Buschland vernichtet. Die schwierige Lage im gebirgigen Gelände und starke Windböen erschwerten die Löscharbeiten.
Am Sonntag, dem 12. Juli, erklärten die Behörden das Feuer für stabilisiert. Der Brand war damit weitgehend eingegrenzt, aber noch nicht vollständig gelöscht. Viele Bewohner durften danach schrittweise in ihre Häuser zurückkehren.
Die Einsatzkräfte suchen weiterhin nach Glutnestern und möglichen Vermissten. Insgesamt wurden rund 7.000 Hektar Land zerstört.