Es sind Aussagen, die sprachlos machen: "Ich nehme an, ihr seid hier, damit ihr euch gegen Asylanten verteidigen könnt" und "Wenn ein Tschetschene aus dem Kriegsgebiet kommt, der würgt mit einem Drahtseil."
Diese Sätze soll ein Trainer bei einem städtisch organisierten Selbstverteidigungskurs in Linz von sich gegeben haben. Der Kurs lief über das Sicherheitsressort von Stadtrat Michael Raml (FPÖ). Teilnehmer des Kurses dokumentierten den Vorfall in einem Mail, das an mehrere Mitglieder der Stadtregierung ging – auch an Raml selbst.
Für die grüne Gemeinderätin und Integrationssprecherin Abena Carty-Pinner ist der Fall eindeutig: "Wenn es stimmt, dass im Rahmen eines Selbstverteidigungskurses rassistische Parolen verbreitet werden, kann das nicht im Sinne der Stadt sein."
Carty-Pinner fordert eine sofortige Aufklärung und Konsequenzen: "Der Sicherheitsstadtrat hat angesichts der Schwere der Anschuldigungen umgehend tätig zu werden und darf nicht zur Tagesordnung übergehen." Sollte sich der Vorwurf bestätigen, müsse sichergestellt werden, dass der Trainer nie wieder für die Stadt tätig wird.
Wie lange der Mann schon Kurse im Auftrag der Stadt Linz gibt und ob es schon früher ähnliche Vorfälle gab, ist unklar. Fest steht: Die Stadt bietet regelmäßig Selbstverteidigungskurse über das Sicherheitsressort an – mit dem Ziel, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken.
Raml selbst sagt zu dem Fall in der "Krone": "Wir gehen der Sache nach. Ich habe die Magistratsdirektorin gebeten, ein Gespräch mit dem Trainer zu führen und abzuklären, ob Fehler passiert sind." Eines sei klar: "Rassismus und sonstige Vorurteile haben bei solchen Kursen nichts verloren. Mir ist aber wichtig, dass das objektiv aufgeklärt wird."