Ein ehemaliger steirischer Cobra-Polizist sitzt demnächst selbst wegen Mordes auf der Anklagebank. Nun war der 31-Jährige in einem anderen Verfahren als Zeuge und mutmaßliches Opfer vor Gericht. Er selbst ist jedoch kein Unbekannter, muss sich schon bald wegen des Mordes an Johanna G. vor dem Gericht verantworten.
Der Südoststeirer soll im Februar in der Justizanstalt Jakomini von einem Mithäftling angegriffen worden sein. Dieser soll ihm einen Medikamenten-Mix ins Wasser gemischt haben. Der Mithäftling, ein verurteilter Sexualstraftäter, musste sich deshalb wegen Körperverletzung vor dem Bezirksgericht Graz-Ost verantworten.
Auch ein weiterer Mithäftling wurde als Zeuge geladen. Er gab laut Bericht der "Kronen Zeitung" an, nichts von dem Vorfall bemerkt zu haben. Damit stützte er die Version des Angeklagten.
Der Verdacht eines Giftanschlags erhärtete sich im Prozess nicht. Die Beweislage war letztlich zu dünn für einen Schuldspruch.
Die Richterin sprach den Angeklagten daher frei. Für die vorgeworfene Körperverletzung wäre eine maximale Haftstrafe von einem Jahr möglich gewesen.
Der 31-Jährige wartet derzeit in der Justizanstalt Jakomini auf seinen eigenen Prozess. Vermutlich im Dezember muss er sich wegen Mordes verantworten.
Er soll die Fitness-Trainerin Johanna G. aus Tillmitsch in seinem Fahrzeug getötet und ihre Leiche anschließend in einem Waldstück nahe seines Elternhauses vergraben haben.