Trainersuche bei Rapid: Das sagt Boss Krammer

Rapid kämpft gegen den Abstieg, gastiert am Samstag in Salzburg. Parallel sucht Sportdirektor Bickel einen Trainer. "Heute" bat Boss Krammer zum Interview.
Eine „Seuchensaison" nennt Michael Krammer das bisherige Spieljahr Rapids. Vor dem Duell mit Salzburg spricht der Präsident im „Heute"-Talk Klartext – über Kritiker, Fehler, eine dritte Amtszeit, Andi Herzog als Trainer und die Zukunft von Kapitän Steffen Hofmann.

„Heute": Rapid trifft in dieser Saison noch zwei Mal auf Salzburg. Geht es nach der Papierform, muss ihnen Rapid zwei Mal beim Jubeln zuschauen – über den Meistertitel und den Cupsieg. Was spricht dagegen?

Michael Krammer:„Wenn die Mannschaft Erfolg haben will, muss sie alles geben – offensiv und defensiv. Das ist ihnen zuletzt bewusst geworden. Die Qualität ist da. Und dann brauchen wir Glück. 42 Prozent aller Tore entstehen durch Zufälle."

„Heute": In der Liga spielt Rapid gegen den Abstieg. Vor der Saison haben Sie den Titel als Ziel aus­gegeben – aber war dafür der Kader überhaupt gut genug?

Krammer:
„Jetzt muss man sagen: Nein! Aber das haben vor der Saison viele Experten anders gesehen. Den Meistertitel habe ich auch nie gefordert, nur gesagt, wir wollen. Und das muss jeder wollen, der bei diesem Klub arbeitet."

„Heute": Kritiker sprechen Ihnen die Fußballkompetenz ab. Ernst Dokupil etwa, der letzte Cupsieger mit Rapid, fordert ein Expertengremium aus Legenden.

Krammer:
„Wir haben genug kompetente Mitarbeiter, die sich rund um die Uhr mit dem Klub beschäftigten. Denen ein Gremium zur Seite zu stellen, das so hobbymäßig sagt: Wir zeigen dir schon, wie es geht – das ist nicht mein Stil. Kompetenz und Verantwortung müssen in einer Hand sein."

„Heute": Sportdirektor Fredy Bickel erstellte eben eine Liste mit Trainer-Kandidaten, legte sie dann dem Präsidium vor. Was macht es für einen Sinn, wenn der Sportexperte im Verein von Ihnen overruled werden kann?

Krammer:
„Der Auswahlprozess muss nach höchstmöglichen Standards durchgeführt werden. Das ist unsere Aufgabe, wir beaufsichtigen das. Denn, und da nehme ich Bickel natürlich heraus: Das ist genau die Gefahr bei jenen, die aus dem Sport kommen und noch viele Eigeninteressen haben, dass es denen darum geht, Personen aus ihren Seilschaften dort hineinzubekommen. Das möchte ich vermeiden."

„Heute": Andreas Herzog würde gerne Rapid-Trainer werden. Gehört er zu den Seilschaften – oder ist er ein guter Kandidat für Sie?

Krammer:
„Über die offene Trainer-Entscheidung will ich jetzt nichts sagen. Nur so viel: Andi Herzog ist eine echte Rapid-Legende, ein Rekord-Spieler, ein Top-Charakter."

„Heute": Das trifft auch auf Steffen Hofmann zu – hängt er noch ein Jahr als aktiver Spieler an?

Krammer:
„Ich glaube, das weiß er selbst noch nicht ganz genau. Fix ist: Er wird nächste Saison bei Rapid sein – als Spieler oder in einer anderen Funktion."

„Heute": Ihre zweite Amtszeit endet 2019. Wird es eine dritte geben?

Krammer:
„Das lass ich offen. Bei dieser Entscheidung wird auch meine Frau ein Wort mitreden."

„Heute": Bei all der heftigen Kritik zuletzt: War Rücktritt ein Thema?

Krammer:
„Definitiv nicht! Was passiert denn, wenn ich zurücktreten würde? Wer macht es dann? Die jetzt supergescheit daherreden, drücken sich dann. Kritik erste Reihe fußfrei, wie bei den Muppets – das ist immer leicht." (kp)





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