Über Jahrzehnte prägte Hubert Immler mit seiner Arbeit den alpinen Skisport. Der gelernte Tischler aus Alberschwende entwickelte und optimierte Schuhe für zahlreiche Weltklasse-Athleten. Zuletzt arbeitete der Vorarlberger für Marcel Hirschers Firma Van Deer.
Jetzt starb der Vertraute der Skistars im Alter von 64 Jahren. Die Anteilnahme ist groß.
Olympiasiegerin Anita Wachter erinnert sich in der "Krone" an einen besonderen Wegbegleiter. "Ganz egal zu welcher Uhrzeit. Er war ein Tüftler, der mir mit seinem Wissen sehr viel weitergeholfen hat. Er war der Skischuh-Papst", sagt die Vorarlbergerin über Immler. Die heute 59-Jährige wurde 1988 in Calgary Olympiasiegerin, gewann den Gesamtweltcup und 19 Weltcuprennen. Gesamt eroberte Wachter fünf WM-Medaillen, drei mal Edelmetall bei Olympia.
Auch Reinfried Herbst verdankte dem Experten viel. Immlers Arbeit begleitete den Salzburger auf seinem Weg zum Durchbruch, 2006 holte Herbst in einem von ihm entwickelten Schuh Olympia-Silber im Slalom. Dabei kümmerte sich Immler nicht nur um die großen Namen, sondern unterstützte auch junge Athleten.
Seine Karriere führte ihn zu einigen der größten Skimarken. Bei Atomic entwickelte Immler unter anderem jenen Schuh, mit dem Lasse Kjus bei der WM 1999 fünf Medaillen holte. Später arbeitete er bei Nordica/Technica sowie HEAD und entwickelte dort unter anderem für Bode Miller und Didier Cuche.
Neben seinem Fachwissen wird von seinen langjährigen Wegbegleitern vor allem Immlers menschliche Art hervorgehoben. Mit seinem Tod verliert der Skizirkus einen Mann, der über drei Jahrzehnte im Hintergrund an zahlreichen großen Erfolgen beteiligt war.