Tierisches Risiko in Kroatien

Gefährlicher Fisch stellt Adria-Forscher vor Rätsel

Ein tropischer Doktorfisch taucht unerwartet in der kalten nördlichen Adria auf – Forscher rätseln über die Herkunft der exotischen Art.
Heute Tierisch
14.04.2026, 14:32
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Vor der Küste Kroatiens gibt es derzeit ein echtes Rätsel: Immer öfter wird dort ein Monrovia-Doktorfisch entdeckt. Dabei ist diese Fischart eigentlich in tropischen Gewässern des Atlantiks zu Hause und hat im Mittelmeer nichts verloren – schon gar nicht in einem der kältesten Abschnitte, wie ihn die Adria rund um Rijeka und Kostrena bietet.

Der exotische Doktorfisch wurde erstmals 2024 in der Kvarner-Bucht bei Kostrena gesichtet. Das war damals schon eine kleine Sensation. Nun gibt es aber einen weiteren Fund direkt in Rijeka – und das wirft viele Fragen auf. Meeresbiologe Marcelo Kovačić vom Naturhistorischen Museum in Rijeka hat dem kroatischen Rundfunk HRT erklärt:

„Der Fund aus dem Jahr 2025 deutet darauf hin, dass diese tropische Art möglicherweise in der nördlichen Adria überwintert hat – in einem der zwei kältesten Teile des Mittelmeers, was seltsam wäre. Die andere Möglichkeit ist ein mehrfaches Eindringen des Fisches, was ebenfalls ungewöhnlich ist, vor allem weil alles auf einem kleinen Raum im Küstengebiet von Kostrena passiert.“

Ausgesetzt?

Dass der Monrovia-Doktorfisch von selbst aus dem tropischen Atlantik bis in die nördliche Adria geschwommen ist, halten die Experten für nahezu ausgeschlossen. Viel wahrscheinlicher sei, dass das Tier aus einem Aquarium freigelassen wurde. Auffällig ist auch, dass nicht nur diese Art plötzlich in der Gegend unterwegs ist. Laut Kovačić sind in der nördlichen Adria in letzter Zeit drei weitere bisher unbekannte Fischarten aufgetaucht. Zusätzlich sorgt die Sichtung einer seltenen Hai-Art für Aufregung unter den Forschern.

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Achtung, stachelig!

Beim Umgang mit dem Monrovia-Doktorfisch ist jedenfalls Vorsicht angesagt. Forscher warnen: Das Tier hat an der Schwanzwurzel einen scharfen, klingenförmigen Stachel, der Verletzungen verursachen kann. Daher appellieren Wissenschaftler an Fischer, Taucher und Urlauber, jede Sichtung sofort zu melden.

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