Aktuelle Krisen bremsen zwar nicht unbedingt die Reiselust der Österreicherinnen und Österreicher, verschieben jedoch ganz eindeutig die Orte, wohin gereist wird. "Die Reisetätigkeit und speziell der Flugverkehr in den Nahen Osten, aber auch über den Nahen Osten als Drehkreuz, ist sehr eingeschränkt", sagt Martin Fast, Österreich-Chef des Reiseveranstalters Dertour.
Doch die Branche reagiert flexibel. "Das Gute ist, dass wir andere Destinationen haben, die dadurch einen Aufschwung erleben", so Fast. Der Trend dabei ist klar: Viele Urlauber bleiben heuer lieber in Europa, anstatt weit wegzufliegen. Besonders die Länder am Mittelmeer – etwa Italien, Spanien oder Portugal – sind beliebter denn je.
Der große Gewinner im Reisechaos ist jedoch ein anderes Land: Bulgarien mit seinen langen Sandstränden, türkisblauem Wasser, verträumten Bergdörfern – und moderaten Preisen. "Das ist ein Land, das mich persönlich besonders freut, weil es lange unterschätzt wurde", sagt Fast. Erst vor einigen Jahren zur neuen Trend-Destination gekürt, spielte der Ukraine-Krieg dem Mittelmeerland übel mit und sorgte für Einbrüche bei den Buchungen.
„Sehr günstig, sehr schön.“Martin Fast über BulgarienÖsterreich-Chef des Reiseveranstalters Dertour
Jetzt ist das Vertrauen der Urlauber zurückgekehrt, wie die Zahlen verdeutlichen: "Wir liegen dort bei weit über 80 Prozent im Plus im Vergleich zum Vorjahr. Die Skepsis wegen des Ukraine-Kriegs, nicht nach Bulgarien zu fahren, hat sich offensichtlich gelegt." Und betont: "Es ist wirklich ein sehr günstiger, sehr schöner Urlaub, den man dort verbringen kann."
Das bestätigt auch Markus Fritz, Produkt-Manager bei Dertour Österreich: "Bulgarien ist ganz oben auf der Beliebtheitsskala im Sommer 2026. Das Land punktet vor allem mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einer verbesserten Flugverbindung." Für viele Österreicher wird es damit zur ernsthaften Alternative zu klassischen Mittelmeerzielen.
Unter den Fernreisezielen profitieren unterdessen Destinationen abseits der bisherigen Flugrouten. So verzeichnet die Dominikanische Republik ein Plus von 20 Prozent in den vergangenen sechs Wochen, Mexiko – insbesondere Cancún und die Halbinsel Yucatán – legt um 15 Prozent zu. Auch Tunesien überrascht mit einem Wachstum von sechs Prozent.