Seit dem 1. August gilt am Yppenplatz in Wien offiziell eine Waffenverbotszone. Ziel dieser Maßnahme ist es, die öffentliche Sicherheit zu erhöhen und die Gewaltbereitschaft zu verringern. Doch schon am ersten Tag nach Inkrafttreten wurde die Regelung gebrochen: Es kam zu einer Messerattacke, bei der ein Mann verletzt wurde. Wie effektiv ist das Waffenverbot wirklich?
"Heute" hat vor Ort Anrainer befragt: Wie sicher fühlen sie sich am Yppenplatz und wie bewerten sie das neue Verbot?
„Früher habe ich mich sicher gefühlt, doch seit zwei bis drei Jahren habe ich hier oft ein mulmiges Gefühl!“Elisabeth, 68begrüßt die Waffenverbotszone
>> Im Video: Anrainer erzählen "Heute", wie sicher sie sich am Yppenplatz fühlen
Bei unserem Spaziergang über den Yppenplatz fällt sofort auf: Neben dem neuen Schild zur Waffenverbotszone ist auch die Polizei deutlich sichtbarer geworden. Mehrere Streifenwagen fahren vorbei, kurz darauf wird eine Gruppe Jugendlicher kontrolliert. Und doch bleibt bei vielen Anrainern ein ängstliches Gefühl – wirklich sicher fühlen sich längst nicht alle.
"Es ist extrem geworden, ich fühle mich hier nicht sicher", findet Stefan, der einen Stand am Brunnenmarkt betreibt: "Ich werde ständig gefragt, ob ich Drogen kaufen will. Ich vermeide den Park, sonst stehen da vier, fünf Teenager vor mir, das ist eine Bedrohung." Für ihn ist klar: "Ein Schild mit einem Waffenverbot reicht nicht – die Polizei muss ständig präsent sein.
Elisabeth, seit Jahren in der Gegend zu Hause, geht es ähnlich: "Früher habe ich mich sicher gefühlt, doch seit zwei bis drei Jahren habe ich hier oft ein mulmiges Gefühl", erzählt sie uns.
Ganz anders sieht das ein Passant, der auf dem Platz unterwegs ist: "Ich habe hier noch nie jemanden mit einer Waffe gesehen", sagt er. Die Notwendigkeit der Verbotszone erschließt sich ihm nicht.
Vera sieht das Verbot mit gemischten Gefühlen. "Das ist nur ein Verlagerungsproblem, keine Lösung – aber besser als gar nichts", sagt sie ins "Heute"-Mikro.
Andreas hingegen gibt der Maßnahme zumindest eine Chance: "Man muss es ausprobieren. Ich finde Waffenverbote immer gut, weil in einer normalen Gesellschaft haben Waffen nichts verloren".