Dramatische Rettungsgeschichte

Trump gedenkt 9/11: "Sie haben mich gerettet"

Anlässlich des 11. Septembers sorgt Donald Trump mit einer Geschichte für Wirbel. Zwei Feuerwehrmänner hätten ihn damals gerettet – Belege fehlen.
Newsdesk Heute
09.09.2026, 16:17
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Kurz vor dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hat US-Präsident Donald Trump eine spektakuläre Geschichte über seine Erlebnisse nach der Katastrophe erzählt. Bei einer Gedenkveranstaltung am Dienstag in Washington schilderte Trump, wie ihn zwei Feuerwehrmänner nahe Ground Zero gepackt und in Sicherheit getragen hätten.

Trump erklärte, er sei kurz nach den Anschlägen mit Arbeitern nach Lower Manhattan gefahren. In der Nähe des zerstörten World Trade Centers habe das damalige U.S.-Steel-Gebäude – heute One Liberty Plaza – plötzlich bedrohlich geknarrt.

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"Sie hoben mich einfach hoch"

"Wir dachten, es würde direkt auf uns herunterkommen", erzählte Trump. Dann seien zwei "große, starke" Feuerwehrmänner auf ihn zugekommen.

Sie hätten ihn unter den Armen gepackt und ihm gesagt, er müsse sofort weg. "Sie hoben mich buchstäblich hoch", so Trump. Weil er selbst kräftig gebaut sei, sei das "gar nicht so einfach" gewesen. Die Feuerwehrmänner seien anschließend mit ihm davongerannt. Trump habe ihnen noch zugerufen, dass er selbst laufen könne.

Für diese dramatische Rettungsgeschichte gibt es allerdings bislang keine Belege. Auch Augenzeugenberichte, die Trumps Darstellung bestätigen würden, sind nicht bekannt. Die "New York Times" berichtet ebenfalls, dass sich die Geschichte von den beiden Feuerwehrmännern nicht verifizieren lässt.

Angst vor Einsturz war da

Ein Detail von Trumps Geschichte stimmt allerdings: Nach den Anschlägen gab es tatsächlich große Sorge, dass One Liberty Plaza einstürzen könnte. Laut der Federal Reserve Bank of New York mussten Mitarbeiter am 12. September wegen dieser Befürchtungen ein nahe gelegenes Gebäude verlassen.

Belege dafür, dass Trump bei dieser Situation dabei war oder von Feuerwehrmännern weggetragen wurde, gibt es jedoch nicht.

Trump war im TV zugeschaltet

Dokumentiert ist dagegen, wo sich Trump zumindest am Morgen des 11. September befand. Laut zeitgenössischer Berichterstattung verfolgte er die Anschläge im Fernsehen. Noch am selben Tag wurde der damalige Immobilienunternehmer telefonisch zum New Yorker Sender WWOR zugeschaltet.

Trump erklärte damals, er könne vom Trump Tower aus auf das World Trade Center blicken und habe eine der Explosionen gesehen. Für Aufsehen sorgte vor allem eine andere Bemerkung: Nach dem Einsturz der Zwillingstürme behauptete er, sein Gebäude 40 Wall Street sei nun das höchste Gebäude in Downtown Manhattan. Auch diese Behauptung stimmte nicht.

Fotos zeigten Trump am 13. September

Dass Trump überhaupt in der Umgebung von Ground Zero war, ist hingegen dokumentiert. Die frühesten bekannten Fotos und Videoaufnahmen stammen vom 13. September 2001, also zwei Tage nach den Anschlägen. Damals erklärte Trump gegenüber einem deutschen Fernsehsender, mehr als 100 seiner Arbeiter seien bei den Aufräumarbeiten im Einsatz. Ob tatsächlich eine derart große Trump-Mannschaft bei Ground Zero arbeitete, konnte später allerdings nicht bestätigt werden.

Trump hat über die Jahre wiederholt erklärt, selbst stark in die Aufräumarbeiten eingebunden gewesen zu sein. Der frühere New Yorker Feuerwehr-Offizier Richard Alles widersprach diesen Darstellungen bereits deutlich: Er habe selbst monatelang am Ground Zero gearbeitet und Trump dort nie gesehen. "Es müsste Aufzeichnungen darüber geben", sagte Alles später gegenüber Faktencheckern. Niemand, den er kenne, habe Trump bei den Arbeiten dort gesehen.

Die Geschichte von den beiden Feuerwehrmännern, die den heutigen US-Präsidenten auf ihren Armen vor einem einstürzenden Gebäude retteten, ist damit vor allem eines: Trumps bislang dramatischste Version seiner persönlichen 9/11-Erinnerungen.

red,09.09.2026, 16:17